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schengeschosses (ein Fensterpfosten mit
barockem Dekor) den drei gleichartig einge-
fassten drei Obergeschossachsen gegenüber,
getrennt durch ein schmales, profiliertes Ge-
sims. Abschließend im steilen Satteldach mittig
ein Dachhäuschen. Das ehemals mit angeblat-
teten Kehlbalken abgezimmerte Sparrendach
von einschließlich der Giebel sechs Gebinden
weist heute zwei eingezapfte Kehlbalkenlagen
auf. Niedriger Keller mit tief ansetzendem
Tonnengewölbe. Etwa mittig vor der Nordwand
im Flurbereich eine bis zum Dachgeschoss ge-
krümmt geführte Treppe mit Rundstabgeländer.
Im Obergeschoss barocke zweifeldrige Tür mit
segmentbogig angestochenen Füllungen und
spiralförmigen Bändern an Stützkloben.
APOTHEKENSTRASSE
Die kurze Wegeführung stellt die Ost-West-
Verbindung zwischen der Großen Bäckerstraße
und An der Münze dar. Mit einem geringen
Querschnitt von ca. vier Metern an der früheren
Ratsapotheke (Große Bäckerstraße 9) begin-
nend, die ausschlaggebend für den ab dem
17.Jh. gebräuchlichen Namen war, weitet sie
sich allmählich bis zur Einmündung im Westen
auf elf Meter auf. Das architektonische Bild der
Eckbereiche bestimmen die Traufseiten bzw.
Hintergebäude der den Hauptstraßen zuge-
wandten Anwesen, beispielsweise der Flügel-
bau Apothekenstraße 17 mit seinem Haupt-
haus Schröderstraße 18 (s. dort), dem die Nr.
10 als Teil des 1906 errichteten Wohn-/Ge-
schäftshauses An der Münze 8 (s. dort) gegen-
überliegt. Auf der Nordseite, wo die mittleren
Parzellen im 16.Jh. teilweise den Grundstücken
am Markt angehörten, beansprucht das
Traufenhaus Nr. 4 die Qualität eines Einzeldenk-
mals, dem unter einem etwas niedrigeren First
nach Westen der zweigeschossige Massivbau
Nr. 6 folgt. Über die rechts gelegene Durchfahrt
erschließt er die Hausstätte Große Bäcker-
straße 5 von Süden her. Das vermutlich im
17. Jh. ohne Keller aufgeführte Gebäude prä-
sentiert über dem veränderten Erdgeschoss
eine in der 1. Hälfte des 19.Jh. überformte Fas-
sade mit Zargenrahmenfenstern, deren profilier-
te Kreuzpfosten von rechteckigem Querschnitt
sind. Zu dem insgesamt heterogen wirkenden
Straßenbild mit zwei- und dreigeschossigen,
unterschiedlich orientierten Gebäuden tragen
auch moderne Ersatzbauten, vor allem im
Osten der Südseite bei.
Apothekenstraße 4. Zweigeschossiges Traufen-
haus wohl des 16.Jh. mit rechtseitiger Durch-
fahrt, dessen Putzfassade vermutlich im späten
18. Jh. überarbeitet wurde. Nach starken
Eingriffen der 1960er/70er Jahre umfangreiche
Restaurierung 1995 einschließlich des Einbaus
zweier Läden und eines Dachausbaus. Schlicht
gegliederte Putzfassade mit Betonung der
Horizontalen durch ein Bandgesims und einer
gleichmäßigen Reihung von wandbündig sit-
zenden Obergeschossfenstern. Im Satteldach
mit Giebeldreiecken aus Fachwerk mittig ein
breites Zwerchhaus. Seine hohe Ladeluke
schließt eine frühere Zimmertür wohl des
18.Jh., die ein Ornament aus Vierpässen und
Kreissegmenten zeigt. Das in Fachwerk aufge-

führte Obergeschoss der 1966 verbreiterten
Durchfahrt am Ostgiebel mit einfacher Ver-
riegelung und paarig angeordneten Fußbän-
dern an den Ständern. Vom Bau des 16.Jh.
sind im Innern der unter dem westlichen Haus-
bereich quer zum First gelegene Keller mit einer
im Scheitel ca. 2,40 Meter hohen Segment-
bogentonne, die ehemalige Feuerstelle vor der
Westwand, im Obergeschoss zwei tausteinge-
rahmte Öffnungen sowie das Sparrendach mit
zwei angeblatteten Kehlbalkenlagen erkennbar.
Den Umbau des späten 18.Jh., den eine drei-
zonige Grundrissdisposition kennzeichnete,
dokumentieren rechts neben dem Eingang eine
Treppe mit Brettdockengeländer und im süd-
östlichen Obergeschossraum mittig vor der
Ostwand eine halbrunde Ofennische.
Apothekenstraße 15. Ehemaliges Dielenhaus
mindestens des 16.Jh., das vermutlich gegen
Ende des 18.Jh. dreigeschossig durchgebaut
und am steinsichtigen Rückgiebel mit einem
Halbwalmdach geschlossen wurde. Hier über
dem ersten Obergeschoss rechts der Holzsturz
des früheren, großen Fensters der linksseitigen

Diele erhalten. An der zuletzt 1983/84 im Erd-
geschoss mit neuen Ziegeln verblendeten und
durch Schaufenstereinbauten umgestalteten
Fassade bereits 1954 der Rundbogen des mit-
tigen Eingangs durch einen geraden Sturz
ersetzt. In den beiden verputzten Oberge-
schossen je fünf faschengerahmte Fenster-
achsen. Der zu einem Dreieck begradigte und
stark veränderte Giebel, den halbrunde Lisenen
gliedern und tief eingeschnittene Segmentbo-
genfenster belichten, besaß wohl ursprünglich
sieben Staffeln. Zweijochiger Keller mit einem
im Scheitel etwa 3,30 Meter hohen Kreuz-
gratgewölbe, dessen zwei Schiffe ein breiter
Mauerpfeiler trennt. Sparrendach mit zwei
angeblatteten Kehlbalkenlagen und regelmäßi-
gen Abbundzeichen in Form römischer Ziffern.
Vor der Ostwand frühklassizistische Treppen-
anlage mit Geländer aus durchbrochenen Brett-
balustern, die gerade zweiläufig mit Richtungs-
wechsel bis ins ausgebaute Dachgeschoss
führt. Im ersten und zweiten Obergeschoss tra-
gen die Deckenbalken des südöstlichen
Bereichs ein Schiffskehlenprofil und sind mit
Eierstäben beschnitzt.

Apothekenstraße 15, nach Westen folgend die Flügelbauten des Hauses Schröderstraße16


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