Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext

Neue Sülze 26, Portaldetail

te 1621 in das Eigentum der Familie Wit-
zendorff, von dieser 1766 an den Kaufmann
Jacob Albers und schließlich 1804 an den
Landrat Carl von Bülow. 1815 und bis in die 2.
Hälfte des 19.Jh. hinein diente sie der Salinen-
verwaltung als Sitz, die noch in den 1950er
Jahren Eigentümer war und 1954 starke
Grundrissänderungen im Erdgeschoss vorneh-
men ließ. Ab 1989 Umbau als Teil einer
Senioren-Wohnanlage. Dabei die Hofbebauung
abgebrochen, u.a. 1988 ein backsteinernes
Stallgebäude, das über einer Tür ein Sandstein-
relief mit Stadtwappen und der Jahreszahl
„1593“ aufnahm, das heute an der Stuben-
wand des Hauses Neue Sülze 25 angebracht
ist. Das bestehende Haus, 1770 als Wohnhaus
mit Nebenhaus unter einem Dach beschrieben,
entstand aus einem von dem Bürgermeister
Hermann Friedrich von Witzendorff 1706 veran-
lassten Umbau, der dem Gebäude eine schlich-
te, barocke Putzfassade von elf Achsen verlieh.
Strukturiert wird sie lediglich durch die regelmä-
ßige Reihung der Öffnungen und einen breiten
Wandstreifen zwischen Stockwerk- und Sohl-

Neue Sülze 29, Schule, 1898


bankgesims des Obergeschosses. Außer dem
Eingang unter gerader Verdachung in der
sechsten Achse von Norden fällt die breite,
außen rechts gelegene Durchfahrt mit akan-
thusgeschmückten Keil- und Kämpfersteinen
auf. Im Scheitel darüber trägt eine eingelassene
Sandsteinplatte die drei Wappen der Familien
Laffert, Witzendorff und Dassel. Weit verzweig-
te Kelleranlage; hervorzuheben sind in der
Nordhälfte des Hauses zwei segmentbogig ge-
wölbte, parallele Räume mit einer Scheitelhöhe
von ca. drei Metern, weiter nach Süden wieder-
um zwei etwas niedrigere Segmentbogenton-
nen, die am Ostende ein mit Viertelkreisform-
steinen gemauerter Durchgang verbindet.
- Hofflügel. Nordwärts an das Haupthaus an-
schließendes, zweigeschossiges Gebäude un-
ter Satteldach. Das zweifach verriegelte Fach-
werkobergeschoss des 18.Jh., das teils mit
Doppelständern und Schwelle-Ständer-Streben
konstruiert ist, schließt unterhalb der Traufe mit
einem reich profilierten Kastengesims. Im mas-
siven Erdgeschoss weisen Tausteinkanten ehe-
maliger Öffnungen auf die frühere Entstehung
des Gebäudes.
Neue Sülze 29. Schule, 1898i erbaut durch
Stadtbaumeister Richard Kampf. Ab 1902
wurde in dem Gebäude die landwirtschaftliche
Kreiswinterschule untergebracht, nach dem
Ersten Weltkrieg diente es als städtische
Berufs-, heute als Musikschule. Zweigeschos-
siger, traufständiger Backsteinbau unter Sattel-
dach mit parallelem rückwärtigem Trakt, der als
schlichter Rohziegelbau in beiden Geschossen
nur von großen Segmentbogenfenstern struk-
turiert wird. Die Wirkung des straßenseitigen
Haupttrakts mit der in reinem Binderverband
aufgemauerten Fassade beruht insbesondere
auf dem farbigen Wechsel von grünen glasier-
ten und roten unglasierten Ziegelschichten.
Gegliedert wird sie durch ein glasiertes Gesims
sowie einen Mittelrisalit mit bekrönendem
Dreistaffelgiebel, den eine bis ins Oberge-
schoss übergreifende Lisenengliederung aus-
zeichnet. In den Staffeln sitzen innerhalb einer
Spitzbogenblende Zwillingsbögen mit einem
Sechspass im Kreis. Über einem vorkragenden

512
 
Annotationen