Endt, Johann
Beiträge zur jonischen Vasenmalerei — Prag, 1899

Seite: 62
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Zu der Richtung der politischen Gefässe gehören anscheinend noch
einige Amphoren und Kannen. Bei manchen ist es allerdings schwer zu
entscheiden, ob sie griechische Erzeugnisse oder etruskische Nachahmungen
sind.

Amphoren :

I. Berlin 167G. Abbild. 42, 43.
II. München 1066; abgeb. Micali, Storia Taf. 99, 10.

III. Leyden, Sammlung Six RS X 2.') Je ein Schlangenpaar mit weissen Punkten ge-
schuppt sich umwindend; zwischen den Köpfen ein Delphin, an den Seiten je ein
Auge.

IV. Ebenda RS X 3. Je ein springender Hase, sonst wie III.
V. München Inv. 264.

VI. Ebenda 999.
VIT. Ebenda 1012.

Kannen :
I. München 1068.
II. Ebenda 1053.

III. „ 1057.

IV. „ 1059.
V. „ 1063.

VI. Sammlung Ilauser, Jahrb. 1896 S. 178 Nr. 2 mit Abbildung.

Für die Verwandtschaft mit den pontischen Vasen spricht die ganze
Art der Malerei. In Bezug auf die Technik kann die Gravierung herange-
zogen werden, da die äusseren Umrisse der Figuren mit Ausnahme des
Gesichtes nicht geritzt sind.

Bezeichnend für die Gruppe ist die spärliche Anwendung der Orna-
mente, die auf Hals und Bauch der Gefässe oft ganz fehlen.

Die Amphoren werden durch das ausgesparte Bildfeld als zusammen-
gehörig gekennzeichnet. In der pontischen Classe sind einige Gefässe mit
dieser Eigenschaft vorhanden. Ferner bildet die Lotoskante ein Erkennungs-
zeichen. Sie hängt von einem doppelten Bogenfries herab und schliesst
das Bildfeld oben ab. Andere Ornamente, wie Spiralen und Mäanderhakens),
nehmen selten ihre Stelle ein. Gewöhnlich fehlen auch die Strahlen am
Körper. Auch die äussere Form vereinigt die Amphoren zu einer Gruppe,
da der Hals allmählich in den Körper übergeht. VI und VII schliessen sich
ihr an mit dem Unterschiede, dass der Hals decoriert und durch einen
Ring von der Schulter getrennt ist; dazu kommen noch die Strahlen.

J) Die Kenntnis und Beschreibung von III und IV verdanke ich Prof. Klein.
2) München Inv. 264.
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