Münsterbau-Verein <Freiburg, Breisgau> [Editor]
Freiburger Münsterblätter: Halbjahrsschrift für die Geschichte und Kunst des Freiburger Münsters — 2.1906

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Kämpfergesims am Eingang der ehemaligen Nikolauskapelle

Die Archivräume in den Hahnentürmen

des Münsters.

Von
Kunstmaler Karl Schuster.

er alte romanische Chor bildete im Grund-

riss ein halbes Achteck zwischen den

beiden Hahnentürmen und ragte nach

pr. Osten nur wenig über diese hinaus.

-s* Der Boden lag etwa anderthalb Meter

als der jetzige

höher

untere Chorboden, in
gleicher Höhe mit den
Basen der Vierungs-
pfeiler und den Schwel-
len der beiden kleinen
Türen, die links und
rechts vom Kreuzaltar
in die Hahnentürme füh-
ren, in deren zweitem
Stock sich die beiden
hier zu beschreibenden
Archivräume befinden.

Die Türen sind jetzt
nur mit Hilfe einer Lei-
ter erreichbar. Man darf
wohl annehmen, dass bei
der Fertigstellung des

neuen, spätgotischen
Chors und der damit

verbundenen Tiefer-
legung des Bodens im
Anfang des 16. Jahr-
hunderts für Treppen-
aufgänge gesorgt war,
doch sind keine Reste
mehr davon erhalten.

Erst als der Lettner umgebaut wurde, vermutlich in
der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, wurden die
auf den Lettner führenden Treppen den Wänden
der Hahnentürme entlang so eingerichtet, dass man
von ihnen aus in die Türen eintreten konnte. Spuren

davon sind noch an der
Quadereinteilung der
südlichen romanischen
Chorwand zu sehen.
(Vgl. den Aufsatz über
den Lettner im I. Jahr-
gang dieser Zeitschrift
S. 45—62.) Mit dem
Lettner verschwanden
1790 auch diese Trep-
penaufgänge.

Durch die Errich-
tung des neuen Chors
verloren die Fenster im
zweiten und drittenStock
der Hahnentürme, die
früher ins Freie gingen,
zum größten Teil ihr
Licht. Ein weißer An-
strich, der alle Wände
der beiden Räume im
zweiten Stock überzieht,
wurde wohl erst nach
der Erbauung des neuen
Chors angebracht, um
besseres Licht zu schaf-
Münsterarchiv. fen. Die Wände bestehen
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