Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

H.-Gilhofer-und-H.-Ranschburg-Aktiengesellschaft <Luzern> [Editor]
Kostbare Bücher und Manuskripte aus den Bibliotheken der russischen Zaren in Zarskoje-Selo, Herzog Albrecht v. Sachsen-Teschen, Dr. Albert Figdor, Wien: dazu ausgewählte Inkunabeln einer Stifts-Bibliothek und wertvolle frühe Urkunden und Autographen ... ; Versteigerung in Luzern: Dienstag, den 14., und Mittwoch, den 15. Juni 1932 (Katalog Nr. 8) — Luzern, 1932

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.7090#0106
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
94

[X. EINBÄNDE

de lanima sua. Sehr schön geschriebenes Italien. MS. vom Anfang des 16. Jhdts.
auf Papier, Ueberschriften in rot. 64 Blatt.

Außerordentlich seltener italienischer, mit signiertem Plattenstempel verzierter
Einband, offenbar das einzig bisher bekannte Exemplar. Italien. Einbände mit Plat-
tenpressung kommen fast nie vor. Dieser identische Einband ist besprochen von
E. P. G o 1 d s c h m i d t, Gothic and Renaissance Bookbindings, S. 68—69 mit Tafel.
Die beiden Namen werden dort in der Art erklärt, daß Ant. de Tabia der Händler
und der griechische Emigrant Gaspar (rACHAP) der eigentliche Handwerker war.

Der Rücken des Buches ist ziemlich beschädigt, der Vorderdeckel weist einige
Wurmspuren auf, dagegen ist die Ruckseite fast tadellos erhalten mit bes. kräftiger
Prägung des Mittelstückes.

Siehe Tafel 30.

366 EINBAND DES KLOSTERS BENEDIKTBEUERN. — Dunkelbrauner
Kalblederbd. auf Holzdeckeln mit Blindpressung. Durch diagonale
Bänder sind die Deckel in rautenförmige Felder geteilt, in die ver-
schiedene Stempel verteilt sind: ein großer Granatapfel, Löwen,
Schriftband „benedictpewr" u. d. Stiftswappen (2 gekreuzte Krumm-
stäbe).

Inhalt: Jnstitor-Sprenger. Malleus maleficarum. Nürnberg, Koberger, 1494.
4. Got. 146 BU., inkl. 2 weisse. H.*-C. 9245.

Der berüchtigte „Hexenliammer" in einem prachtvollen Einband aus der
Buchbinderei des Benediktiner-Stifts Benediktbeuern bei München. Bei W e a 1 e,
Bookbindings & Rubbings in the Nat. Art Library, South Kensington 1894.
11. No. 651 ist eine Durchreibung dieses (identischen) Einbands beschrieben.

Auf dem Vorderdeckel ist der Titel auf einem Pergamentstreifen aufgeklebt.
Besitzvermerk des Klosters auf d. Titeibl., dem ersten und dem letzten Blatt. Sehr
gut erhalten, 1 Schließe fehlt.

Siehe Tafel 31.

367 PONTANUS, J. J. Opera poetica (Urania s. de stellis Hb. V, Meteoro-
rum lib. I, De Hortis hesperidum Üb. II, Lapidina s. postorales (sie)
pompae Septem, etc.) 2 Tie. in 1 Bde. (2 Bll. von Tl. II fehlen). Venedig,
Aldus, 1513. 8. M. d. Anker am Titel. Zeitgen. roter Lederband mit
Fileten u. d. typ. Aldusblättern in d. Ecken. In der Mitte des Vorder-
deckels ein großes, in bronzefarbig. Leder eingelassenes Cameo-Por-
trait des Pontanus; auf der Rückseite das Cameo-Medaillon der Ura-
nia. Goldschnitt, ohne Schließen.

Prachtexemplar eines Cameoeinbandes. Goldschmidt, Golhic and Renais-
sance Bookbindings, vol. I. p. 175 beschreibt einen ganz gleichartigen Einband nur
erscheint bei ihm das Pontanusmedaillon auf beiden Seiten. „Tins medal is pro-
bably that made by Adriano Fiorentini (see Fabriczy, Italian medals, p." 137)
and shows the poet in profile and the lettering Joannes Jovianus Pontanus."

P. 72.....These bindings, of which two other speeimens seem to have surr

vived beside my own, are the finest examples of the application of a Renaissance
medal on bookbindings". Er bildet sein Exemplar auf Tafel XXI ab.

Unser Einband ist tadellos erhalten und auch der Rücken ist intakt.

Siehe Tafel 32.
 
Annotationen