Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst [Editor]
Die Graphischen Künste — 43.1920

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1918 für Maria Stonas Kinderepos »Klein Doktor« (Turmverlag A. Platzek, Leipzig) ausführte. Im
folgenden Jahre schuf er unter anderm für die Jahresmappe der Gesellschaft für vervielfältigende
Kunst (1919) eine stimmungsreiche Lithographie »Das Alter«, zeichnete für F. Rollingers Kalender
eine prächtige farbige Lithographie und für den »Alt-Wiener Häuserkalender 1919« ein ornamen-
tales Titelblatt, lieferte den Buchschmuck zum jüngsten Roman und zu Humoresken Fritz Stüber-
Gunthers, entwarf für die Firma Julius Meinl eine Reihe außerordentlich wirksamer Plakate, die
ihn in die erste Reihe der Wiener Plakatkünstler stellten, und beschritt mit seinen effektvollen
Dekorationen zu Raimunds Zauberstück »Die gefesselte Phantasie« mit Erfolg auch das Feld der
Bühneninszenierung.

So groß war der Reichtum an inneren Bildern, so unermüdlich der Fleiß des Künstlers, daß er
in derHerbst-»Secession« 1919 abermals mit einer Kollektivausstellung hervortreten konnte, die das
im Vorjahre Gebotene bei weitem übertraf. Welch starken und nachhaltigen Eindruck hier jeder
Beschauer von Waciks in sich geschlossener und origineller Künstlerpersönlichkeit empfing, ist
noch in frischer Erinnerung. Inmitten einer planlos vorwärtsstürmenden, nervösen Umwelt hatte
sich eine keusch und innig empfindende Seele eine eigene, selbstsichere Welt aufgerichtet, deren
Harmonie durch keinen Mißton von außen gestört wurde. Man sah durch ein modernes Malerauge
in ferne Märchenlande zurück, sah Zwergkönige und Prinzen, Elfenfrauen und Regenmännlein,
Biedermeier-Musikanten und — in der wundervollen »Liebesnacht« — einen ganzen Reigen Hoffmann-
scher Gestalten. In diesem Gemälde und in den elf Aquarellen zu E. T. A. Hoffmanns »Klein Zaches«
und dem »goldenen Topf« hat Wacik das Beste gegeben, was er als Maler und als Illustrator bis zum
gegenwärtigen Moment leisten konnte. Noch ist aber seine Entwicklung nicht abgeschlossen, sein
Genius führt ihn unentwegt nach aufwärts und stetige strenge Selbstkritik wird mit Erfolg zu hindern
wissen, daß die Eigenart seines so glücklich gefundenen Stils jemals zur bloßen Manier erstarre.

Hans Ankwicz.

Franz Wacik, Vignette aus der Buchausgabe des »Tapferen Schneiderleins«
(Verlag von Gerlach & Wicdling in Wien.)

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