Hartlaub, Gustav Friedrich
Der Stein der Weisen: Wesen und Bildwelt der Alchemie — München, 1959

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3cugniffe Tabula Smaragdina; Haupturkunde der Königlichen Kunst.

»Wahrlich (es ist) ohne Täuschung, sicher und höchst wahr: Was unten,
ist so wie das, was oben; und was oben wie das was unten, damit die Wun-
der des einen Dinges zustandegebracht werden. Und so wie alle Dinge vom
Einen herstammen, durch die Meditation des Einen, so kamen alle gewor-
denen Dinge von diesem einenDinge durch Angleichung (adaptione). Sein
Vater ist die Sonne, seine Mutter der Mond. Der Wind hat es in seinem
Bauch getragen. Die Erde ernährt es. Der Vater aller Vollendung ist hier.
Seine Kraft ist vollkommen, wenn sie sich der Erde zugewendet hat. Trenne
die Erde vom Feuer, das Feine vom Dichten, sanft und mit viel Fleiß. Es
steigt von der Erde in den Himmel und wiederum steigt es zur Erde hin-
unter und nimmt die Kraft des Oberen und des Unteren in sich auf. So
wirst Du den Ruhm der ganzen Welt erlangen. Alle Dunkelheit wird von
Dir fliehen. Hier ist die starke Kraft der ganzen Stärke, da sie jegliches sub-
tile Ding überwältigt und jedes feste Ding durchdringt. So ist die Welt er-
schaffen worden. Daher kamen die wunderbaren Angleichungen, deren
Modus dieser ist. So bin ich Hermes der Dreimalgroße genannt, der ich
die drei Teile der Philosophie des Universums besitze. Beendigt ist, was
ich über das Werk der Sonne (operatio solis) gesagt habe.«
(Aus dem Lateinischen, nach Ruska frühes Mittelalter, wohl nach älteren Quellen)

Die sogenannte Vitriolformel:

»1/isita mteriora /errae, rectificando (durch Läuterung) mvenies occultum
/apidem.« (Alter unbekannt; gittert bei Basilius Valentinas, um 1600)

Die Grundregel:

»Solve et coagula« (Löse und verbinde).

Die Symbolsprache:

»... sie gefielen sich darin, in Figuren, Symbolen und Analogien zu reden,
damit sie nur von den Besonnenen, Frommen und Erleuchteten verstan-
den würden.« (Synesios, 4.Jahrh. n. Chr.)

Alchemie besser als Astrologie:

»Hermes und Zoroaster haben erklärt, daß das Geschlecht der Philosophen
(Alchemisten) dem Schicksal (Gestirnszwang) überlegen sei. Wahrlich, sie
freuen sich nicht eines Glücks, das vom Schicksal herrührt. Indem sie seine
Lust überwinden, werden sie auch nicht berührt von seinem Leide.«
(Zosimos von Panopolis, ;. Jahrb. n. Chr. in »ÜberApparate und Öfen«)

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