Hartlaub, Gustav Friedrich
Der Stein der Weisen: Wesen und Bildwelt der Alchemie — München, 1959

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Abb. 4j: Allegorie des Steins der Weisen.
Kolben,aus dem eine siebenblütigeLilie steigt. Rechts
und links König und (jungfräuliche) Mutter. Ausja-
nus Lacinius, s. Farbtafel r.

Abb. 46: Das Rabenhaupt (Caput corvi).
Siebtes allegorisches Bild in einer Folge von >Figu-
ren< (Kolben auf Öfen) bei Janus Lacinius, s. Text zu
Farbtafel 1. Tuschzeichnungen (grau in grau). Der
schwarze Rabe, dessen Kopf weiß wird, gehört zu
den beliebten Symbolen des Prozesses.

Abb. 4j: Das >Ölder Philosophen^ (Elixier).
S. Abb. 46 und Farbtafel 1. An Stelle des Rabenpaares
erscheinen hier über dem Kolben Stern und Lilie,
begleitet von Sonne und Mond (Gold und Silber).

Abb. 48: Große allegorische Lehrtafel.
Schlußbild aus dem Sammelband »MusaeumHerme-
- ticum«, Frankfurt 1677, gestochen von Matthäus
Merian, Germanisches National-Museum, Nürnberg.
Die Unterschrift besteht aus auf die Schöpfung be-
züglichen Psalmstellen sowie aus dem lateinischen
Text der Smaragdtafel des Hermes (siehe >Zeugnisse<,
Seite 5). Die himmlische Zone enthält eine untere

' Kreishälfte, die aus Sternen und den Planeten ent-
sprechenden Symboltieren (schwarzer Rabe, Drache,
Phönix usw.) des alchemistischen Prozesses zusam-
mengesetzt ist; die obere Kreishälfte ist dagegen als

* christlicher Himmel charakterisiert. Im Mittelpunkt
der inneren Schrift-Kreise das Zeichen des Mercurius
(Steins derWeisen); die einzekien Ringe enthalten die
bekannten Stichworte der hermetischen Naturphilo-
sophie.

Auf der Erde sieht man zur einen Seite Sol (Sonne -
Gold) mit Phönix, Löwen, Adler, Feuer und Luft-
kugeln; polar entgegengesetzt auf der anderen Seite
Luna mit Weintraube (Mond - Silber) nebst Aktäon
(dreiblättriges Kleeblatt und gestirntes Geweih), da-
zu ein Adler mit den beiden Elementen des Wassers
und der Erde. Sol und Luna sind durch Ketten an die
' himmlischen Kreiszonen gebunden.Das Zentrum der
irdischen Zone wird ausgefüllt durch die Gruppe des
Doppellöwen-Brunnens, auf dem ein Greis im Ster-
nenmantel mit den zwei Beilen der Separatio (Scheide-

kunst) steht: Personifikation des Steins der Weisen.
Im Hintergrund die Bäume der sieben Planeten und
Metalle.

Abb. 4p: Allegorisches Titelblatt

zu einem Werk des Andreas Libavius »Syntagma ar-
canorum chymicorum«, Frankfurt 1613, Germani-
sches National-Museum, Nürnberg.Dieoberste Zone
zeigt den hebräischen Gottvater-Namen von Engeln
gekrönt, angebetet von Hermes (Kolben) und dem
Arzt Hippokrates (Palme). Die mittlere Zone zeigt
die beiden Autoritäten Aristoteles (Chemie) und Ga-
len (Medizin). Die untere Zone gibt entsprechende
Illustrationen: Krankenbesuch, Bergwerk, Destilla-
tionen.

Abb. jo: Allegorisches Titelblatt

zum »Musaeum Hermeticum«, Frankfurt 1677, ge-
stochen von Matthäus Merian, Germanisches Natio-
nal-Museum, Nürnberg. Unteres Oval: Adepten mit
Laternen, geführt von der Natur mit Sechsstern, su-
chen im Erdinneren. Oberes liegendes Oval: Apollo
mit den neun Musen. Rechts und links Kartuschen
mit den vier Elementen. In den Ecken oben Phönix
als Sinnbild von Tod und Auferstehung, Athena und
Hermes, in den Ecken unten Sol und Luna (Gold und
Silber).

Abb. ji: AdriaenvanOstade(i6io-8j) : BäuerlicherAI-
chemist

mit Gehilfen in der Sudelküche, Handzeichnung (Fe-
der und Bister). Brüssel, Königl. Museum.

Abb. j2: Thomas Wijk (1616-77): Alchemistischer Phi-
losoph

in seiner Studierstube (Werkstätte) mit Gehilfen.
Braunschweig, Gemälde-Galerie. Großes Stilleben
von Folianten, Papieren, Tiegeln, Destillierkolben.

Abb. j): Michael Maier verfaßte u. a. die Schriften;

Septimana philosophica, 1620

Symbola aureae mensae duodecim nationum, 1617

Atalanta fugiens, 1618 (mit Figuren von Matthäus

Merian)

Tripus aureus, 1618
Arcana arcanissima, 1614

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