Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]; Archäologisches Institut des Deutschen Reiches [Hrsg.]
Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts: JdI — 25.1910

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EINE GRIECHISCHE STADT.
(Hierzu Tafel i. 2.)
In der kleinasiatischen Aeolis zwischen Myrina und Aegae am Mittelläufe des
Kodscha-Tscha'i, des alten Pythikos, liegen auf Felshöhen ziemlich ausgedehnte Reste
befestigter griechischer Wohnsitze. Man hat sie nach dem benachbarten Dorfe Usun-
Hassanly benannt. Richtiger wäre, sie nach dem ansehnlichen Orte Güsel-Hissar zu
benennen, der noch jüngst der Vorort der Landschaft war und der Nachfolger der
alten Stadt ist, von der wir sprechen wollen.
Sayce hat den Platz im Jahre 1881 besucht und namentlich im JHSt. III
221 ff. beschrieben, eine Beschreibung, die Pottier und S. Reinach (La necropole de
Myrina, S. 20 ff.) wieder abgedruckt haben. Baltadschi und Reinach, welche mit
Sayce dort waren, gingen namentlich auch einer Felsskulptur nach, die ein Herr
Guichon gesehen haben wollte. Sie haben sie nicht gefunden, so wenig wie jemand
von uns, die wir freilich auch nicht eigens danach gesucht haben. Im Jahre 1886
war dann von Diest dort (Petermanns Mitt., Ergänzungsband 1888/89, S. 32), bald
darauf kamen Schuchhardt und Wolters hin und Schuchhardt wieder im folgenden
Jahre (Sitzungsber. der Berliner Ak. der Wiss. 1887, S. 1213). Sayce hatte das,
was er sah, in den prähistorischen Nebel gerückt, die anderen Besucher waren nur
kurz und unter ungünstigen Umständen dort, sahen auch nicht alle Teile der, wie
gesagt, sehr ausgedehnten Ruinenplätze. So verlangte Schuchhardt für seine im ersten
Bande der »Altertümer von Pergamon« zu liefernde Beschreibung der Landschaft
eine erneute Untersuchung. Wir veranlaßten von Pergamon aus zunächst Paul
Friedländer hinzugehen, und er besuchte im Jahre 1907 von Ak-Tschikur aus einen
der verschiedenen Punkte. Da die bisherigen Berichte ohne ausgeführte kartogra-
phische Darstellung noch immer keine hinreichende Klarheit ergaben, so verwendeten
Schazmann, Fiepding und ich im Herbst 1908 noch einmal einen Tag auf den
Besuch. Aber erst im Jahre 1909 wurden von Sursos auf Grund der damals mit
ihm vorgenommenen Untersuchungen Schazmanns und Hepdings, denen sich einer
meiner Söhne anschloß, die skizzierten Pläne der ganzen Örtlichkeit geliefert, die
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