Kallenbach, Georg Gottfried
Atlas zur Geschichte der deutsch-mittelalterlichen Baukunst ((Geschichts-Abriss)): [Geschichts-Abriss] — [1847]

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jedem Nachfolger aber die Möglichkeit bietet, durch Fortsetzung
ein und dasselbe Werk so weit auszubauen, bis es die jezeitigen
Ansprüche befriedigt.

Wie lange gegenwärtig dieses Werk fortgesetzt werden
A\ird, hängt von der Gunst oder Ungunst der Zukunft ab. So viel
ist gewiss, dass bei seiner umfassenden Anlage irgend ein Ziel
sich jetzt noch nicht voraussehen lassen würde.

Weil jedes Blatt nur zeitgleiche Gegenstände aufnehmen
darf, ist eine Zerstückelung aller grossem Werke nothwendig ge-
worden, sobald solche verschiedenen Zeitnerioden angehören. Hieran
konnte indess um so weniger Anstoss genommen werden, als die
vollständigste Anschauung der mittelalterlichen Baukunst und die
Art, wie spätere Meister ihre Ideen dem früher Ausgeführten an-
zupassen suchten, nie anders erkannt werden kann, als aus über-
sichtlichen vergleichbaren Modellen.

Im nachfolgenden Interims - Texte mehr zu besprechen als
die bisher in Abbildung gegebenen Gegenstände, konnte nicht Auf-
gabe seyn. Die frühchristliche Architektur und ihr Zusammenhang
mit unserer romanischen wurden desshalb mit Stillschweigen über-
gangen, und eine mehr zusammenhängende Behandlung der spätem
Perioden nur da vorgenommen, wo die mehr zusammenhängenden
bildlichen Darstellungen solches erlaubten.

Weil die Kunstentwickelung, so wie jede andere, eine
zusammenhängende Verkettung" bildet, wurde eine Eintheilung nach
Jahrhunderten, und für das formenreiche dreizehnte Jahrhundert noch
zwei Unterabtheilungen nothwendig gefunden.
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