Kallenbach, Georg Gottfried
Atlas zur Geschichte der deutsch-mittelalterlichen Baukunst ((Geschichts-Abriss)): [Geschichts-Abriss] — [1847]

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Die Zeit vor dem eilften Jahrhunderte.

Obgleich in jener frühen Zeit nicht nur in Italien und andern
ehemals römischen Provinzen, sondern sobald es ausgezeichneten
Kirchen galt, auch in Deutschland altrömische Säulen und andere
antike Ornamente verwendet wurden, so fehlte es doch, wie die
auf dem ersten Blatte befindlichen Bauten zeigen, nicht ganz an
eigenthümlich vaterländischer Entwicklung, und sind die Formen,
äusserst roh, so muss doch die Dauerhaftigkeit Bewunderung er-
wecken. Die Form der meisten Kirchen hielt an der der italischen
Basilika fest, und Krypten kamen wohl meist zur Anlage. Die auf
dem ersten Blatte abgebildeten Bauwerke sind dagegen sämmtlich
von eigenthümlicher Form. Am alten Dome zu Regensburg sind
die sonst nur am Ostende zur Anlage gekommenen Halbkreisabsi-
den, bis zur Zahl von eilten an allen Seiten unihergeführt, viel-
leicht sämmtlich für Altäre bestimmt gewesen und zugleich als Wi-
derlager für die Kreuzwölbung benützt. Die letztere ist durch eine
Laibang in zwei viereckige Räume gesondert, und wiederholt sich
auch, wieder in zwei Theile getheilt, unter der Empore am West-
ende der Kirche. Sockel und Gesims - Profd sind aus mehreren
Plättchen, Rundstab, flacher Hohlkehle und Schrägung zusammen-
gesetzt.

Die Alteufurter Capelle, ein Doppelrundbau, wird durch zwei
Kuppelwölbungen überdeckt. Hohlkehle und Rundstab am Gesimse
haben mehr Kraft als am vorigen Bau. Eigenthümlich sind die klei-
nen Halbkreisnischen unterm Gesimse, welche vielleicht als Vor-

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