Kallenbach, Georg Gottfried
Atlas zur Geschichte der deutsch-mittelalterlichen Baukunst ((Geschichts-Abriss)): [Geschichts-Abriss] — [1847]

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Bei 2. 3. 6. a b 1410 «— 20, bietet es noch schöne Mittel-
Stufen.

Auf profane Werke wird denn auch mehr und mehr ein fort-
laufendes oft an Starrheit grenzendes Maasswerk angewendet. Siehe
den Gürzenich. Zugleich wird die Eselsrücken-Form als Fenster-
schluss henützt, 1420 — 50, 3 und 4, und in der zweiten Hälfte
unserer Zeit ein sehr zusammengesetzter Schluss gesucht, wie bei
1480 — 1510 , 1, 2 und 4.

Stäbchen, welche die Thür- und Fenster-Gewände umlau-
fen und sich durchschneiden, kommen dabei immer mehr in Auf-
nahme, und sind oft von unförmlichen, eigens dekorirten Sockeln
begleitet, wie am Portale 1. Auch fehlt es nicht an Formationen
in Gliederung und Pflanzenwerk, welche besser für die romanische
Baukunst passen würden, wie die Capitäl - Verzierung a, c und e
an der Ulrichskirche.

Am Holzbau tritt jedes höhere Stockwerk über das untere
vor, während Abschrägung und Consolen den Vorsprung zu ver-
mitteln suchen. Wie Maasswerk das Holzwerk verziert, siehe an
den abgebildeten Häusern.

Sechszelintes Jahrhundert.

In den ersten 25 Jahren bleiben die alten Formen noch
Grundlage und tritt die im vorigen Abschnitt bereits bemerkbare
Erscheinung einer totalen Formen-Vernachlässigung an einigen Wer-
ken, und der Uebertreibung der Formen-Fülle an andern, jetzt im-
mer schroffer hervor. Zu den vernachlässigten Formen möchten
die Fenster 6 und der Giebel 2 von 1510 — 30 zu rechnen seyn,
während die Giebel 1 und das Sakramenthäuschen von Fürsten-
walde, letzteres besonders in seinem Untersatz, zu den mit Formen
überhäuften Werken zu rechnen sind. Neben den häufigen Ueber-
einanderstellungen von Kreis - Quadrat, Dreieck, Achteck u. s. w.
wie am Untersatz jenes Sakramentschreins, liebt diese Zeit noch
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