Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 27.1911-1912

Seite: 332
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¥ FRITZ BEHN BÜSTE DES STAATSSEKRETÄRS SOLF

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Schmuck in der Wohnung verwenden, mag sie München ansässig, hat Behn reiche Gelegen-

vom Kunstgewerbe der Gegenwart eingerichtet heit gehabt, die guten und schlechten Seiten

oder durch Sammeleifer in einem historischen eines vorwiegend dekorativen Schaffens zu

Stil geschaffen sein. Ich kann mir Behns Por- beobachten. Er hat in sich verarbeitet, was

^ trätbüsten sehr gut eingestimmt denken in die Neubauten, die großartigen Künstlerfeste J

qJ behaglich vornehme Häuslichkeiten, nicht auf- früherer Jahre an Anregung boten, aber er

K dringlich und doch wahr, nicht unangenehm hat mit klugem Ausweichen vermieden, das j

gj lebendig und doch nicht langweilig glatt in rein dekorative — eben das, was ich vorhin (

y der Ausführung. als Farbenfleck bezeichnete — zu stark zu |

9 Der Künstler hat eine gute Schule durch- betonen und bewahrte dadurch seine Arbeiten

3 gemacht. Man sieht die Art seines Meisters vor der Gefahr des Verflachens. I
9 Hildebrand in der technischen Behandlung An das Schützenfest vom Jahre 1906, dessen j

g und in der Reinheit der gezeichneten Form, prächtige Dekoration vorbildlich wurde, er-

'A aber das eigene, stark ausgeprägte künst- innern die entzückenden Putten, von denen

g\ lerische Empfinden hielt ihn davon ab, mit ich einen Pfeilschützen und einen trauben- i

g einfach tüchtigen Arbeiten auf der Bahn des haltenden Knaben im Geschmack der Spät- j

9 Lehrers zu bleiben. Den Grabmonumenten renaissance hervorheben möchte. Vergänglich

y und einigen monumentalen Entwürfen sieht und doch bleibend sind die Gebilde festfroher j

9 man wohl den Hildebrandschüler an, aber auf Künstlerlaune. Die besten haben sich nie ge- I

e) jene vorteilhafte Weise, die den Künstler vom scheut, Phantasie und Arbeit in den Dienst I

^ Nachahmer unterscheidet. Seit 15 Jahren in einer glänzenden Stunde zu stellen und J

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