Kunstgewerbliche Rundschau: Verkündigungsblatt des Verbandes Deutscher Kunstgewerbevereine — 4.1897

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München, März 1897.

Iahrgang M. 3.

Beiblatt zur

ZkilsArifi dks VüM. Kunstgkwkrök-Lkkkins.

8kMnr>igungGlatt deb 8eröandes deutWr Kunstgewerbe'Lereine.

Bezug der „Zeitschrift" samnrt der „2<unstgewerblichen Nundschau": Durch den Buchhandel, die s)ost oder die verlagshandlung B. Vldenbourg in München, Dlk. l6
p. a.; die Mitglieder des Bayer. Runstgewerbe-Vereins (Iahresbeitrag ^ Mk.) erhalten die „Zeitschrift" sannnt der „Runstgewerblichen Rundschau" unentgeltlich. — Die „Zeitschrift"

erscheint jährlich in Monatsheften.

Herausgeber: Bayer. Runstgewerbe-Verein (ssfandhausstraße 7). — Redaktion: j)rof. L. Gmelin (Luisenstraße (8).

Druck und Verlag von R. Oldenbourg in München, Glückstraße n.

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DliS WmGmü ÄMstgkN'Kl'k im Iilhrc 1S9S.

Iabresbericht des Bayer. Kunstgewerbevereins an die Bandels- und Gewerbekammer für Oberbayern.

ie schon zu Lnde lSYZ hinsichtlich des Geschäftsganges
fiir lsys gehegte Befürchtung. daß näinlich die während
dieses Iahres stattfindenden Ausstellungen zu Nürnberg.
Berlin, Stuttgart, Dresden, Budapest, Genf, Aiel,
Barcelona rc. eine fühlbare Ablenkung des gewohnten
Fremdenverkehrs von INünchen herbeizuführen vermöchten, hat sich
nur zu sehr als begründct erwiesen, nnd so ist denn anch die nach>
theilige kvirkung dieser Vcrkehrsminderung dem hiesigen Platze wie
seinem Markte an kunstgewerblichen Lrzeugnissen lcider nicht ersxart
geblieben. Soweit wir Linblick in hiesige, das Aunstgewerbe ver-
tretende verkaufsgeschäfte besitzen, vermögen wir demnach nur Klagen
über den Minderumsatz im verflossenen Iahre wiederzugeben, die sich
stets in dem Maaßc steigern, als die in Frage stehenden Oerkanfs-
firmen in ihrem Absatze gerade auf kaufkräftige Besncher von Außen
und den ausgesprochenen Fremdenverkehr hauptsächlich angewiesen sind.

In gleichem Grade hatte auch unsere Vereins-Ausstellungshalle
unter der angeführten Loncurrenz mit auswärtigen Ausstellungen zu
leiden. Zum größten Theil auf den Linzelverkauf der ihr anvertrauten
Arbeiten beschränkt, mußte auch sie das Ausbleiben des kaufkräftigen
Fremdenpublikums hart empfinden. Ls darf deshalb nicht auffallen,
wenn das Gesammtresultat ihres Iahrcsumsatzes wesentlich hinter
demsenigen des gleichartig ungünstigen Iahres ^894 zurückgeblieben
ist. Selbst das lebhafte weihnachtsgeschäft, welches jenem vom vor-
jahre so ziemlich nahe kam, vermochte kaum mehr eine wesentliche
Besserung herbeizuführen. — Als besondere Lrschwerung für unser
lsallengeschäft ist außer dem erwähnten Ausbleiben von fremden
Aäufern, wohl noch ein weiterer äußerst mißlicher Umstand in
Betracht zu ziehen, nämlich die nahezu zwei Ukonate andauernde Un-
passirbarkeit der pfandhausstraße in Folge Uanalisirung dieser Strecke,
während welcher Zeit der ksallenbesuch vollständig brachgelegt war.

Was serner unsere Udahrnchmungen im Verkehre mit dem jdu-
blikum betrifft, so darf nicht nnerwähnt bleiben, daß sich noch sort-
gesetzt in der Mehrheit der kauflustigen und zum Theil auch kauf-
kräftigen Besucher nur ein verhältnißmäßig geringes Verständniß für
die nach Form und Aussührung bessere Leistung kund gibt, ein Um>
stand, der umsomehr zu bedauern ist, als sich der verein im Interesse
des gnten Rufes des Ulünchcner Aunstgewerbes veranlaßt gesehen

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hatte, seit letztem Iahre mehr als zuvor minderwerthige Arbeiten mit
großer Strenge von der Ausstellung auszuschließe».

Gegenüber der ostmaligen Nachfrage in nnserer kjalle nach
Neuem aus hiesigen lverkstätten haben wir an dieser Stellc noch
bcsonders mit Bedauern zu constatiren, daß sehr häufig hervorragende
Arbeiten, welche auf xrivate Bestellung entstehen, nicht anch zur
öffentlichen Ausstellung gelangen und somit dem publikum unbekannt
bleiben, ein versänmniß, das dem Besucher der kjalle die Beurtheilung

42. von der Brgel der Rirche S. Ular. Ulagg. in Trient.

(Bach dem U)erke: „Runstschätze aus Tirol"; vgl. )ahrg. ^(896 S. 1(1 ff. des Hauptbl.)


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Runstgew. Rundschau. 4- Iahrg. l897. Rr. (Bg. 1.)
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