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31 nt ersten Wc

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Schön war es doch! Von alle» Seiten zog
Die Haute -yolee herbei dazu in Masse;

Wer zädlt das Heer, das durch die Lüfte flog
Ans Böcken und auf Gabeln erster Claffe?

Man sah sehr viel Bekannte, Koryphä'n
Der Kunst und Wissenschaft, Staatsmänner, Mimen,
Und Damen — Damen waren da zu sehn
Zn wirklich ganz unglaublichen Costrimen.

Und Alles droben war — mein Wort darauf —

So, das; dem Wirth es dienen muß zum Lobe:
Irrlichter warteten gehorsam auf,

Und in dem Schnceloch war die Garderobe.

Beim heil'gcn Klinkerfnes! Vortrefflich blies
Zum Tanz der Sturm, der pünktlich kam aus Norden;
Und, wahrlich, nichts zu wünschen übrig ließ,

Was sonst den Gästen ist zu Theil geworden.

Zn trinken gab's Antisemitensect
Sowie Osdorfer, nngegypsten, alten;

Ans Dynamit gemacht war das Consect,

Bonbons darunter, die entsetzlich knallten.

Und immer lauter wurde der Scandal,

Das Kreischen, Pfeifen, Schnarren und Gemecker;

Fast war es wie in einem Bicrlvcal,

Wenn seine Judenrede hält Herr Stöcker.

Des Festes Wirth, auf seines Hauptes Höh' —

Man denke nur! — drei feur'ge Haare tragend,

Ging auf und nieder während der Soiree,

Jedwedem etwas Angenehmes sagend.

So blieb zusammen man bis gegen Drei,

Dann ist allmählich das Gewühl zerstoben;

Und als der Tag erschien am ersten Mai,

War Alles ruhig — auf dem Blocksberg oben.

KlMrrsLsM

Heuillrkoil.


Einem allerdings bis setzt noch nicht ganz bestätigten Gerücht zufolge
soll der Französische Kriegsniinister, um den von der radiealen Presse
Frankreichs fast einstimmig wider ihn erhobenen Vorwurf der „Unfähig-
keit" möglichst glänzend zu widerlegen, feinen Plan, die ganze Armee „auf
Probe" mobil zu machen, noch bedeutend erweitert haben. Die Zustimmung
der Deutschen Regierungen vorausgesetzt, soll „auf Probe" ein Krieg um
Elsaß-Lothringen und das linke Rhein-Ufer geführt werden. Wenn,
wie Herr Farre zuversichtlich hofft, die „Probe" gelingt, soll das Fran-
zösische Parlament oder eine allgemeine Abstimmung der gründe Kation
darüber entscheiden, ob daS „auf Probe" eroberte Gebiet zurückzugeben fei
oder nicht, Probaium est! _

(CuttusmiiülUrieffes.

Erst kam der Falk, zum Schreck der Tauben,
Dann aber kam PuttkamerS Zeit,

Gerettet schienen Kirch' und Glauben,

Gewahrt der Schäflein Sicherheit.

Da klang der Hirtenruf der Frommen:

Habt, Schäflein, Acht! Der Wolf ist nah!
Und jetzt ist wirklich er gekommen,

Der Wolfs — lupus in fabula.

Durch die liebenswürdige Jndiscretion eines Freundes in Froschdorf
geht uns nachstehendes Schreiben zu, welches kur; vor den Braunschweiger
Festlichkeiten an den Herzog von Cumberland in London gerichtet worden
ist. Es lautet in der Uebersetzung:

Lire und lieber Vetter! Mit Freuden habe ich gehört, daß Sic das
Anerbieten Preußens zurückgcwiesen haben, welches Ihnen — quel aflront!
— zumuthct, von Ihren Millionen und dereinst vom Throne Braun-
schweigs Besitz zu ergreifen, Sich aber vorher mit ihm — c’-est-ä-dire, mit
dem Prussien, zu versöhnen. Sie haben, Lire und clior Cousin, ja so
Recht! Lut Caesar, aut nihil — dieses auch meine Devise: König oder
nicht-:-! Wie ich schon seit Jahrzehnten nach meiner Krone schreie, so schreien
auch Sie. Wie ich bestimmt weiß, daß der Himmel mein Gebet cryören
muß und mich einst auf den Thron meiner Väter setzen wird, so seien auch
Ew. Liebden dessen gewiß! Wie ich mich in die weiße Fahne hülle, so
hüllen Sie sich in die gelbwciße, und ob auch der Prussien Ihr Reich
behalten mochte „bis ans Ende der Dinge" — bras cn bras avcc vous,
l'o fordr' ich mein Jahrhundert in die Schranken.

nomine Comte de Chambord,
einzig legitimer König von Frankreich.

Kus der Unterwelt.

Mir zum Preise, mir zur Ehr' ;
Ist manch Lied auf mich gedichtet, '
Mancher Vers an mich gerichtet — |
Und gewiß, das freut mich sehr. '
Einige sodann von diesen
Liedern wurden anerkannt:

Doch die Mehrzahl ward verbrannt,
Die sich ketzerisch erwiesen.

Ob die, der Gefahr entriffen,

Wurden von der Glnth verschont, ;

Werth sind, daß man sie belohnt,
Weiß ich nicht. Wer kan» es wisse»?
Rur das Eine seh' ich klar:

Daß ich selber, nicht verpflichtet
Das zu lesen, was gedichtet,
Höchlich zu beneiden war.
Glücklich kam ich so davon,

Daß ich weder dieser Dichter
Leser bin, »och als ihr Richter
Mich bemüh'» muß.

Lakderon.

Aeöer 8lraus;enzucht im Zimmer.

Der jüngst von Herrn vr. R e i ch e n o w gehaltene Vortrag über
„Straußenzucht in Südafrika" stellt dieselbe als so einträglich dar,
daß wir uns unwillkürlich die Frage vorlegen, ob nicht auch in Berlin und
im Zimmer sich Strauße ziehen ließen.

Und warum nicht? Man sorge nur dafür, daß die ganze Flucht von
der guten Stube durch daS Berliner Zimmer bis zur Küche hin stets offen
gehalten werde, damit der Strauß im Stande sei, sich die zur Erhaltung
seiner Gesundheit erforderliche Bewegung zu machen.

Zn erhalten ist er überaus leicht, da sein Magen Alles verträgt. Z»
der Regel wird schon der Inhalt des Papierkorbs und das, was an Geschirr
in der Wirthschaft zerschlagen wird, zu seiner Ernährung genügen. Dabei
ist er außerordentlich ertragreich. Was ihm jährlich an Federn cutrupft
wird, schätzen Reichenow und Brehm auf 1000 Reichsmark an Werth-
Außerdem legt er jährlich mindestens seine 30 Eier, von denen jedes
einzelne eine reichliche Mahlzeit für erne mittelgroße Beamtenfamilie abgibt.
Wird er aber alt, hört er auf zu legen und verliert er die Federn, so läßt er
sich mit Vortheil einschlachten und gewährt, da sein Fleisch schwer zu beißen
ist, für lange Zeit einen wohlschmeckenden Danerbraten. Für das Skelett
zahlt der Naturalienhändler mit Freuden daS Verlangte.

Schneidet inan den Magen des Straußen auf, so niacht inan vielleicht
noch einen ganz, überraschenden Fund. Gewöhnlich enthält der Magen eines
älteren Exemplars außer andere» Kurzwaaren zwei bis drei Dutzend wohl-
erhaltene Messer und Gabeln, einige hundert Schlüssel, ein Sortiment Nägel,
ein Paar Groß Stahlfeder», einige Korkzieher, einen Leuchter, eine Cylinderuhr
und an baarem Gelde mindestens tausend Mark i» verschiedenen Münzen,
die er, wie die anderen Sachen, irgendwo aufgeschnappt hat.

Last not least, ist er ein gesundes und vergnügliches Reitthier für
Kinder, kränkliche Damen und leichte Greise, die sich innerhalb des Hauses
Bewegung machen wollen. Treppen nimmt er mit Eleganz.

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