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Ar. 48.

Cerlfn, den 2. December 1900.

liii. Jahrgang.

Uochenkalender.

Wonlag, den 3. DecemDer.

John Bull ist in hohem Grad verstimmt.
Obgleich er so leicht nichts Übel nimmt.

Dienstag, den 4. Decemver.

Das macht Panl Krüger, der alte Mann.
Ter jetzr umherreist und klagt ihn an.

Willwocki, den 5. Decemver.

Der wird gefeiert jeyt von der Well
Gleich einem Sieger, der Einzug hält.

Jkmorifti

WorijenMettücr.

Donnerstag, den 6. Decemver.

^ O B ob. du hast sonst so schön gesiegt,

Ten Krüger nur hast du nicht gekriegt.

Freitag, den 7. Decemver.

John Bull, du hast ja vollständig Recht.
Tie Welt ist hart und die Welt ist schlecht.

Lonnavend, den 8. Decemver.

Dem armen Paul schenkt ste Sympathie
Und dich nennt Spiybnb und Mörder sic.

Kladderadatsch.

Dieses Blatt erscheint täglich mit Ausnahme der Wochentage.
Man bestellt bei den Postanstaltcn des In- und Auslandes,
sowie in den Buchhandlungen.

Der vierteljährliche Bezugspreis für dieses Blatt mit sämmtlichcn
Beilagen beträgt für In- und Ausland 2 M. 25 Pf. ohne Porto.

Einzelne Nummer 20 Pf.

Alle Rechte fiir sämmUiche Artikel und Illusuauonen Vorbehalten.

• Sine Ehrenpflicht.

--

(reißen Politik mit Recht mir jetzt in großem 8ftf,
0 TPir ziehn aufs weile 31Tecr ßtnaus, crftreßcuö manches

hohe Ziel.

Das kostet geld und wieder getd, ui d geht cs oft auch Dlugucf nah
And jammert taut auch freund Eugen, was thnt's? gollloß, wir

haßcn's ja!

Wir haßen Lotanien. wie sie ja jede Meltmacht haßen muh.

Ans mndjt es Feude, und llohn Rull. dem neidersüMen, macht's

Verdruß.

Ja, glücklich sind zu preisen wir. daß wir es noch dazu geßracht;
Mir würden, Hallen wir sie nicht, von andern UÖffiern ausgetacht.

Dß reicher Segen uns daraus in einer spatem Zeit ersprießt?

Dß sich ein Strom von gotd dereinst ins deutsche Reich non dort

ergießt?

Richt ist mit votier Sicherheit zu sagen das. doch kann's ja sein,
Vorläufig stecken unser Held vertrauensvoll wir noch hinein.

Ein Volk, das Latanien ßesitzl, muh eine Falle haßen auch,

Mit der es sie ßeschützen kann, so wor's zu allen Zeiten Rranch.
Auch tiegt im Ravigicen ja nun mat ein ganz ßesandrer Zieiz,
Drum spart mir an der Folte nicht, ein schilödes Lasier ist der geiz.

So stienen brauljcu wir das Held mit valten Händen täglich aus,
Doch sjiartam sind und kteintich wir wie früher immer noch zu Haus;
Hier herrscht, dem Himmel lei's geklagt, noch stets die alle Knickerei,
i) Dculfcfjfanö, willst du Meltmacht sein, so mach davon dich

endlich frei!

Eh' du draus sinnst, wie deine Macht du weiter und dein An-
sehn mehrst.

Denk derer, die für dich gekämpft, denk deiner invaliden crst.

Es soMe rühren dach dein Herz, wie sie noch immer ans dich s.hann
VollHossnung. aß du schnöde auch schau ost getauscht hast üjc Vcrtraun.

Als rüst'ge JITanner zogen sie vor dreißig llahren einst ins Fld.
Mt Staunen uuö Rewunderung auf ihre Thaten sah die Mett.

Sie schlugen tapfer Schlacht um Schlacht und ßcndjlcn aus dem

Kampfe dir

Zurück des Sieges hohen Preis, der Kaiserkrone hehre Zier.

So mancher, der für dich sein Rlut vergossen, ist jetzt alt und krank.
Er ßiickt jetzt hoffend zu dir ans. wo ßteißt. o Vaterland, dein Dank?
Die groß und stack dich einst gemacht, sie ßettetn um ihr gutes Recht,
Aild du vernimmst es ungerührt? Das steht doch einer Meltmacht

schlecht!

Die treusten deiner Söhne siehst ßedrängt von Sorge du und .Roth,

Mllionen wirfst an jedem Tag du fort und hast für sie kein Rrol?

D stolzes, großes denllcßes Reick, das paßt für eine Meltmi.cht nicht.

Du kennst das Morl „Noblesse oblig^“, lo thu denn eildtich deine Psticht!

Kladderadatsch.

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