Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1861 (Nr. 191-202)

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Ausstellungrn.

Nur der Kunst-Bsrein für Rheinlsns und Westfalen <n Düsteldorf hat
des kölner Dombaues gedacht und den Ertrag dreier Tages-Linnahmsn mit

7 Thtr. 25 Sgr. eingefandt.

Auswärtige Bereins-Mitgliedcr.

Mit Einschluß etnrs vsn Ir. Hschgeboren dea» Herrn Trafen von
Fürstenberg-Stammheim gezahlten Beitrages »on 1000 Thlr., so wie von
6V0 Thlr. aus dem JahrsSbeitrage Sr. DurchlauHt des Herzogs Prosper
Ludwiz von Arenberg L l000 Ttlr., und der Bsiträge Sr. Aönigl. Hoheit
des GroßhsrzogS von Mecklenburq-Schwerin und des Herrn Directsrs T.
W. Drorp in Tent L 100 Thlr. find von den auswärtigen Bereins-Mitglir-
dern im Ganzen 1731 Thlr. 19 Sgr. 6 Pf. gezahlt worden.

SamWlungen in den auswärtigen Pfarreien.

Die von den betreffenden Herrcn Pfarrern veranstaltetes Sammlsngen
für den Dombau haben in den Pfarrgemeiuden Lüdinabausen, Büderich,
Scklebulch, Ormont, Steele, DüiboSlar, Edern, Hitdo»f überbaupt 68 Thlr.

8 Sgr. 6 Pf. aufgebracht.

Hülfs-Bereine.

An Beiträgen find eingsgangen: vom Vereinc zu Aachsn 50 Thlr., An-
dernach 13 T. 10 S., Barmen a d. Roer 16 T., Bensberg 55 T. 13 S.

6 P., Bergheim 232 T.. Bonn 170 T., Bsrken 55 T., Brauweiler 14 T.

10 S., Brühl 50 T., Burtscheid (Dekanat) 17 T-, Dormagen 17 T. 20 S.,

Düffeldorf 100 T., Elberfsld 28 T , Erfurt 17 T, Erp 18 T.. Crpel (Dek.)

28 T., Tupen 17 T., Suskirchen 38 T-, Frechen 22 T. 5 S., Geilenkirchen

76 T. 15 S., Berg.-Gladbach 4 T. 13 S., München-Gladbach 27 T., H-mm

5 T. 10 S., Heinsberg 15 T-, Hers-l 44 T., Hohenbndocrg-Caldenhausen

7 T., Hounef 20 T, Jmmendorf 15 T, JLlich 71 T. 3 S. 6 P., Kerpsn
70 T. 6 S. 1 P., Kepenberg II T. 10 S., Lechenich (Bürgermeisterei Gym-
nich) 60 T.. Lindlar 116 T-, Linnich 17 T., Longench 20 T. 20 S. 2 P..
Malmesy 18 T. 15 S„ Münstereif.l 13 T„ Neuß 95 T. 18 S. 10P„ Nid-
eqgsn (Dekanat) 33 T„ Oplsden 22 T„ Ptngsheim 3 T„ Pulheim-Geyen
17 T. 25 S., Reckltnghausen 500 T., Saarbrücken 36 T., Stegburg 57 T.
21 S. 11 P-, Trier 104 T„ Uerdingen 30 T„ Wahn-Heumar 111 T. 6 S.
S P., Wipperfürth 122 T. 29 S. 3 P., Worrtngen 70 T. 2 S. 6 P.

Die Gesammtsumme der Beiträge vou den Hülfs-Vereinen belüuft fich
auf 2764 Thlr. 15 Sgr. 6 Pf.*)

Akademischer Dombau-Verein.

Die akademischen Dombau-Vereine zu Boim, Braunsberg, Breslau,
Freiburg, Hildesheim, Münster, Rottenburg, Trier und Tübingen haben durch
Vermtttlung des Haupt-Bersins zu Bonn einr BeitragS-Summe von 620
Thlr. 16 Sgr. 4 Pf. eingeliefert.

Gymnafial-Dombau-Ncrein.

AuS dem „Katholischen Gpmnasium ÜN Marzellen" find 3 Thlr. 14Sgr.

2 Pf.. und von den Tertiansrn d:s „Aönigl. Friedrich-WtlhelmS-GpmnasiumS"

3 Thlr. 23 Sqr„ überhaupt alss 7 Tblr. 7 Sgr. 2 Ps. eingegangen.

Filial-Dombau-Derein der Elementär-Schulen.

För Rechnung des Filial-Dombau-Vereins der Elcmentar-Schulcn find
gezahlt worden: aus den Schulen ber Stadt Köln 316 Thlr. 3 Sgr. 6Pf.;
aus den Schulen der Pflegebezirke Bonn, Düren, Derichsweiler, HeinSberg,
Jülich, Kerpen, Lechcnich, Lohmar, Siegburg, Winterscheid, so wte in der
SKule zu NetteSheim 102 Thlr. 9 Sgr. 9 Pf„ znsammrn 418 Thlr. 13 Sgr.
3 Pf.

Dekanats-Dersammluugen.

Jn den Dekansten Bergheim, Blaukenheim, Bonn, Dcrichsweiler, Düs-
fsldorf, Effen. Eupm, Geldern, Hersel, Lechentch, St. Vith und Waffenberg
hüt die hochwürdige Gcistlichkeit sn prrsönlichen Jahrcs-Beiträgen 145 Thlr.
beigestsuert.

St. -Petri-Bruderschaft.

Die Mttgliedcr dsr St.-Petri-Brudcrschaft leisteten für das verfloffene
Jahr eine» Beitrag zum Dombau von 45 Thlr.

Außerordentliche Beiträge für die Dombedachuug.

Auf deu unterm 25. J-ani v. I. vom Vorstande erlassenen Aufruf zu
einer außerordentlichen Beisteuer für die Dedschung des Dsmes stnd dem
Vereins zugegsngen: a. von der Stadt Köln aus dein städtischen Aerar 15,000
Thlr.; b. durch die besonders abgehaltensn Tollecten in den hiefigen Pfarr-
bezirken 6358 Thlr. 22 Sgr. 2 Pf.; c. in Folge der an auswärtige Dombau-
Freunde gerichteten Sendschreibsn 3177 Thlr. 16 Sgr. 3 Pf.; ä. durch Ver-
anstaltung von Csncerten und Borstellungen 665 Thlr. 11 Sgr. 4 Pf.; s.
an besovderen Gaben. Geschenken, Sammlungen rc. 843 Thlr. 11 Sgr. 5
Ps.; 5. durch unsere Hülfs-Bereine 295 Thlr. 5 Sgr. 6 Pf.; §. auS der
Diözese Münster 516 Tdlr. 16 Sgr. 2 Pf., im Tanzen 26,956 Thlr. 22 Sgr.
10 Pf. Ferner in natur» 18 Pfd. Blei und ungefähr ei.is gletche Quan-
tität Zinn.

Zinsen.

Die Zinftn sür depsuirte Bereinsgelder belaufen fich für das Jahr 1860
auf 370 Tblr. 15 Sgr.

Die Gcsammr-Summe der Einnahmen seit der letzten General-Versamm-
kung beträgt .64,908 Thlr. 23 Sgr. 10 Pf„ wslche mit den in dem vortg--
jahrigen R-chenschaftSberichte nachgewiesenen 599,809 Thlr. 9 Sgr. 11 Pf.
eine Totsl-Einnahme des Testral-Dombau-Bereins seit seinsm Bestehen vsn
654,718 Thlr. 3 Sgr. 9 Pf. ausmachen.

Seitens deS Tentral-Dombsu-Bereins find pro 1860 für den Ausbau
des Domes der Dsmbau-Bchörde au« den vorhandenen Teldmitteln baar
überwiesen worden: a. für den Bau im Nllzemeinen 31,000 Thlr.; b. für
die Eindeckong des Domdaches und MitteltburmeS 25,000 Thlr., zusammen
56,000 Thlr.

So steht denn im Ganzen die Snrnme der in dem abgeschloffenen Ver-
etnsjahrc zusammengeksmmenen Beiträge in einer recht ansehnlichen Höhe
nebe» den Ergebniffen aller früheren Lereinsjahre, weun auch immer es be-
klagenswerth dleidt, daß eiszelne fröher sehr ergiebtge Posten im Lauf der
Zeiten tn beständiger Nbnahme erscheinen.

Auherdem smd vom „Berliner Verein für den kölner Dombau" die im
vorigjährigen Rechenschastsberichte erwähnteu bcideu Jahresbeiträge von je
1200 Thlr. inzwischen mit 2400 Thlr. geleistet wordeo, und zwar, wie
üblich, direct an die Königliche Dombau-Behörde.

BieleS ist gsschehen seit nnn beinahe zwei Decennien der Veretnsidätiz-
! keit, nnd der Dom steht bereits ia einer früher nie erwarteten Aonäherung
! an die Vollendung seiner ganzen Pracht nnd Größe vor unseren Augen.
GroßeS bleibt indeffen noch zu leisten übrig, ehe das Grlübde vollkommeu
gelös't erscheint, wie es tn der Gründrmg dcs Berejnes ausgesxrochen ist.
Möge des Htmmels Fögung unser weitereö Streben mit den Segnungen
des Friedens begletten! Halten wir alsdann vsr Allem mii zäher Nusdauer
die bestehe nden Quellen für dts Dombaumittel gewiffenhaft im Stande,
währsnd wir es daneben nie sersäumen, stets auf neue Wege Bedacht zu
nehmen, wodurch sich Ersatz för Berlorenes und ZurückgegangrneS erwarten
läßt. Das trsne Zesthalten an der disher so schön und lange bewährtcn Ein-
tracht und AuSdsuer fichert uns des Himmels Segcn für rasches Erreichen
unseres Zieles

Der Dombaumeister, Herr Geh. Regicrungs- und Baurath Zwirner,
hat setnen 47. Baudericht dem Herrn Präfidenien mtt dem Ersnchen einge«
reicht, denselbeu, da er persönlich durch Unwshlsein daran gehindert sei, ge-
fälligst statt setner verlesen zn wolles.

Der Präsident entspricht dsm Wunsche des Herrn Domsaumsisters
durch Mittheilung des folgenden 47. Banberichtes.

47. Baubericht

über den Fortöau des Domes zu Köln.

Seit dem Wtederbegtnne des Fortbaues unseres Dsmes durch dis feter-
liche Trundsteinlegung am 4. September 1842, womkt auch der Central-
Domban-Berein tns Leben getreten tst, waren Sie, verehrte Bereins-Gsnos-
sen, alljährlich hier erschienen, um Jhre fortdauernde Thetlnahms an dem
Gott gewsihten Werke zu bekunden, Stch von den schönen Erfolgen Jhrer
thätigen Wiiksamkeit zu überzeugen und andererseits die Fortschritte dieser
sshr mühevollen Bauthättgkeit wahrzunehmen, welche im Vergleich mit dem
riefigen Umfange des Baues zu den kurzen Jahres-Abschlüssen nur tmmer
sehr gering sein konnten. Aber ste waren tmmer planmäßig, und in stetigem
Fsrtgange entfalteten fie fich zu dem großen Ganzen, welches vor Zhre»
Augen liegt und worüber in dem letzten Bauberichte »om 4. Jauuar 1881
die Umriffe uäher verzetchnet find.

Kurz ist dts dazwischen liegende Spanne Zeit, und ganz ungewöhnltch
groß erschcinen nunmchr die Ersolge der letztjährigen Bauthätigkeit. Jm
Aprtl v. I. wurde mit der Errtchtung dcs eisernen Dachverbandrs nedst zu-
gehörigem Mittelthurm begonncn und schon am 15. October v. J„ dem
Gcburtsfeste des hochseltgen Köntgs, diese fertige großartige Sissnconstruction
mit dem goldenen Morgenstern gekcönt. — Die Thetlnahme der Veretns-
Genoffen an dem Dachbau war so groß, daß man auch noch in demselben
Jahre die Metallbedeckung zu unternehmen wünschte, und da diese kostsptelige
Ausführung wegen Beschränkthett dec Fonds bis zum Jahre 1861 im Ber-
wendungSplane ausgesetzt worden war, so wurden besondere Beiträge für
die Dombedachung gesammelt. Es wurde nnn nsch im Spätherbst der sbere
Theil des Thucmdaches eingedeckt, bis die ungünstige kslte Wttterung dieser
schwtertgen Arbeit Einhalt gebot. Der langc anhaltende, strengr Winter und
die sehr rauhen, son Nachtfrösten begleiteten Zrühlings-Monate erschwerten
die Forisetzung dieser Metallarbeiten, weßhalb fie aus conftrnctiven Gründen
nur mäßig betrieben werden konnten. Auch mit der Eindeckung des Blei-
daches über dem Lang- und Querschiffe der Kirchs ksnnte erst nach Ostern
angsfangen werden, und schon jetzt ist der größts Theil des Laagschiffss da-
mit gedeckt. Binnen den nachsten Monatsn wtrd also di.- ganze Dsmkirche
dss dauernden Schutzes einer starken nnd soliden Bedachung fich srfreuen,
über deren First fich ein zierlich durchbrochensr Kamm hinzieht, deffen ver-
goldete Lilien im Glanze der Sonne gleichsam in den blauen Himmel hin-
aufsteigen und so daS erhabene Gstteshaus mii einem sublimen Diadem be°
krönen. Und aus der Mitte der Dachvierung erhebi fich als ocgantscher Aus-
läufec das schlanke Lhürmchen bis zu selnem 360 Fuß öber dem Boden der
Kirche stehenden goldenen Stern der drei wetsen Nagier, deren Reliquien
bekanntlich schon seit dem Jahre 1162 hier rnhen. Der Thurmhelm ist bereits
mtt Metall eingedeckt, und die archttektonischen Ornamente mit de» zier-
lichen Wimbergeu und Fialen werden nunmehr angesetzt, welche dem Ganzen
di: stplgemäße Form und ein harmonisches Verhältuiß verleihen werden.

Dieser rasche Fortschritt über dem mühsam errichieten Steindau konutc
aber nur mit Aufwendung großer Geldmtttel erreicht werden, während auS
constrncttven Bebingungen der Steinbau, namentlich dte Herstellung der
äußeren Constructtons-Spsteme in den Pfeilern und Strebeoogen, nicht un-
terbrochen wsrden durfte.

Es ist beretts in dem früheren Bauberichte nachgewiesen worden, wie
wichttg diese Bauconstruction erscheint, um die elanctrten hohen Steinmaffen
in einen soltde» Zusammenhang zu bringeu nnd ihrs Standfähigkeit zu
sichern. Luch in diesem laufenden Baujahre muß darauf alle Kraft verwandt
werden; an der Südseite des LangschiffeS find brreits 10 Strebebogen etn-
gespannt, an der Nsrdseite werden dergleichrn noch in diesem Jahre ange-
fertigt werden, und alsdann kann unter dem vollendeten Dache im nächsten
Zahre die Einwölbung des Lsngschiffes mit Len kühnen Hauptgewölben vor
fich gehen. Große Sorgfalt wrrd diese wichtige Schlußconstruction srheischen,
und alle Grmidbediugungen für das Geliagen derselben mäffen sorher er-
füllt werden.

Jm vergangenen Jahre 1860 wurden bsi dem Dombau, etnschließlich
der Eisencsnstructisn deS Dschss und des Thurmes, 119,513 Thlr. 18 Sgr.
3 Pf. verwasdt, und der Allerhöchst genehmigte Betriebsplan pro 1861
mußte auf 120,000 Thlr. festgestellt werden, um einen sachgemäßen Baube-
trteb herbeizuföhren.

Bon den außerordentltchen Sammlungen für dte Eindeckung des Dom«
drches uebst Mitielthurm, welche, einschließlich de« Zuschuffes Seitens der
hiefigen Stadtgemeinde von 15,000 Thlr., tm Gsnzen etwa 26,000 Thlr.
ergaben, tst bereits !m vorigen Jahre etn nsmhaster Theil und in dtesem
schon der Reß verwsndt wsrden. Die Bedschungen müffen im Ausammen-
hange vollendet werden; auch der Steinbau erfordert kräftige Fördernng,
mithin große Baumittel, und es wird daher die Vereinsthätigkeit für dieses
Jahr ganz besonderS in Anspruch genommen werden mäffen.

Vemnach richte ich an Sie, vsrehrte Vereins-Genoffen, vertrauenSvoll
dte Lttte: etne recht reg« Theilnahme dei dem i» diesem Zahre ausnahmS-
wetse erforderlichen großen Baubedürfniß möglichst zu bethätigen, nnd dem
verehrten Lorßande des Central-Dombau-Vereins nnterbreite ich noch ins-
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