Deutschland <Deutsches Reich> / Reichs-Limeskommission [Editor]
Limesblatt: Mitteilungen der Streckenkommissare bei der Reichslimeskommission — 3.1894-1895

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Limesblatt

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merkung in den Neuen Heidelb. Jahrbb. V
S. 99). Mit Wahrscheinlichkeit werden wir
diese (Jmwallang (eines vicus ?) in die zweite
Hälfte des 3. Jahrhunderts setzen, in
welclier die Donaugrenze bereits bedroht
war und solche Schutzmassrcgeln notwen-
dig wurden. Zu dieser Zeit stimmt ferner
die halbrunde Form der Irnsinger Schanze').
Diese darf nicht „erhebliche Zweifel gegen
den römischen Ursprung verursachen", wie
Fink wollte. Vielmehr ist dies eine aus
spiitrümischer Zeit bekannte Form eines
Brückenkopfs. Eine solche hat die im
J. 1889 von E. Wagner mit K. Schumacher
Kaiser-Augst gegenüber bei Wyhlen unter-
suchte Schanze 2), auf deren Analogie mich
Schumacher aufmerksam machte. Sie be-
steht rückwärts aus einem Halbrund, wäh-
rend nach dein Rheine zu auf dem steilen
llferrande drei Türme den Abscbluss bil-
den. In den letzteren fanden sich Ziegel
mit dem Stempel, der unerklärt ist, aber
sicher in das Ende des 3. oder etwa in
das 4. .Tahrh. gehört. Er kommt noch vor
in Kaiser-Augst selbst3) (bekanntlich dem
nach Aufgeben der Augusta Rauricorum
gegen Ende des 3. Jahrb. angelegten
Castrum Rauracense), ferner in Argento-
varia (Horburg) und in Epamanduodurum
(Mandeure), sämtlich Orten der damali-
gen Provinz Sequania oder Maxima Se-
quanorum. Abgesehen von diesen Ziegeln
der Türme fanden sieb in diesem Brücken-
kopfe keine römischen Altertümer —
ebenso wie bei Irnsing. — Der Eingang
des Wyhler Brückenkopfs ist nicht nach-
gewiesen worden, war aber ohne Zweifel
vorhanden. — Die Türme am Rhein waren
teilweise abgestürzt oder abgetragen. Bei
der Ähnlichkeit der Irnsinger Schanze
Hess sich nun von vornherein vermuten,
dass auch auf ihrer Fronte Türme ge-
standen haben, diese aber dann ganz ver-
schwunden sind, In der That teilt Fink
in seinem Berichte mit, die Schanze habe

1) Erhalten ist der grüsstc Teil der rechten
(südwestlichen) und der hinteren (nordwestlichen)
Seite in einer Länge von 120, bezw. 260, zusam-
men 380 in. Die (nach Westen gerichtete) Kcke
ist abgerundet. Die linke und die vordere (über
dem steilen Abhang nach der Donau liegende)
Seite sind teils abgetragen, teils abgestürzt.

2) Beschrieben von B. Wagner, Westd. Zeit-
schrift IX, S. 150 und Taf. fi und 7.

3) Moiumsen, Inscr. Helvet. n. 3lä.

lange Zeit den Anwohnern Baumaterial
geliefert; ältere Leute in Irnsing hätten
von ihren Vätern gehört, dass nach dem
Brande Stadtamhofs (1809) Wall und
Mauer, welche längs der Donau hinge-
zogen wären, niedergerissen worden seien.
„Und wirklich fanden sich an einigen'
Stellen dieser Seite Schuttreste. Auch
ein Turm sei dort gestanden".

Wir werden danach wohl auch der Irn-
singer Schanze römischen Ursprung zuzu-
weisen und sie in die zweite Hälfte des
3. Jahrhunderts zu setzen haben, wie denn
nach Mommsens Ansicht, die er mir gelegent-
lich einmal ausgesprochen hat, alle be-
festigten Brückenköpfe der Römer in eine
späte Periode zu gehören scheinen. — Und
der Zusammenhang mit dem Limes liegt
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