Lüdemann, Wilhelm von
Neapel wie es ist — Dresden: P. G. Hilschersche Buchhandlung, 1827

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VIII.

Kirchen — Pallaͤſte — Bibliotheken.

Hier iſts, wo ſtolz Paltäſte ſich erheben,
Mit luftgen Zinnen auf zum Himmel ſtreben,

Wo, ſinkt der Abend, bei der Harfe Laut

Der Jüngling ſeine Gluth der Luft vertraut.

Es iſt Zeit,« ſprach Car lo am folgenden Mor⸗
gen, »daß wir endlich den Kirchen Neapels unſren
lange zugedachten Beſuch machen. Sind gleich
nur wenige unter ihnen werth, mit den Pracht—
bauen Roms in dieſer Art verglichen zu werden,
ſo verdienen doch einige dieſe Ehre; die Tempel
von San Martino, von Filippo Neri, die
Kirche von Sarn Sennaro de Poveri, die
del Teſoro und vor allen die Cathedrale von
St. Gennaro koͤnnen wohl nicht unbeſucht blei—
ben. Mit dieſer letztern, als der erſten unter al—
len an Rang und Bedeutung, machen wir denn
auch billig den Anfang.

»Ihr wißt, daß der Neapolitaner, ſinnlich
fromm und allem Abſtrakten unzugaͤnglich, auch
in der Religionsuͤbung ſtets nach dem Sichtbaren
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