Lüdemann, Wilhelm von
Neapel wie es ist — Dresden: P. G. Hilschersche Buchhandlung, 1827

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arme Suͤnder getroſt die Stufen zum Schaffot
empor, das er in gluͤcklicher Selbſttaͤuſchung in
dieſem Augenblick vielleicht, fuͤr eine große Eis—
bude halten mochte, in der die Engel ſelbſt die
Sorbettteri — —

XX.
Abreiſe.



Die letzte Revolution.

Doch endlich ach! nach ſo viel ſchönen Tagen
Erſchien der Trennung Stunde, herb und ſchwer.
Mein beſſres Theil blieb dort mit meinen Klagen,
und kaum erkenn ich ſelbſt bey Euch mich mehr.
Drum ſiehſt dır hier auch kurze Luſt mich füllen,
Nichts kann mein Sehnen nach dem Himmel ſtillen!

Dee letzte Staatsumwaͤlzung hatte Neapel bis in
ſeinen innerſten Nerven aufgeregt. Das Volk
ſchien fuͤr einen Augenblick wie aus einer langen
Lethargie erwacht. Das Verlangen nach Oeffent⸗
lichkeit und Verbeſſerung der Verwaltung war zu
einem allgemeinen Nationalgefuͤhl geworden —
die trefflichſten Grundſaͤtze wurden ausgeſprochen,
die beſten Entſchluͤſſe gefaßt, die gruͤndlichſten Ver-
beſſerungen des Volkszuſtandes kamen in Vorſchlag;
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