Lüders, Heinrich
Philologica Indica: ausgewählte kleine Schriften von Heinrich Lüders ; Festgabe zum siebzigsten Geburtstage am 25. Juni 1939 dargebracht von Kollegen, Freunden und Schülern — Göttingen, 1940

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Epigraphische Beiträge. IV

Völker', während unmittelbar danach 7c7m. regelrecht mit dem Lokativ
um7e3% konstruiert ist. Bei Buhlers Auflassung von UüUrva ergibt sich
außerdem noch eine vollkommene Tautologie der beiden ersten Sätze.
Bühler macht dafür wieder die angebliche Vorliebe Asokas für die Breite
verantwortlich, bei der oft ein Gedanke durch zwei Sätze ausgedrückt
werde, wo einer genügt hätte. Ich glaube, daß die Lösung der Schwierig-
keiten ganz wo anders liegt. Der vorhergehende Satz schließt nach Senart
und Bühler: 7?ewmmep% me 7cAa 3Uwm%7M3e3M 3?'yü. Das ist durchaus nicht
im Stil des Königs; er sagt sonst: 'so ist mein Wunsch', nicht: "so dürfte
mein Wunsch sein.' In Sep. I schließt außerdem der entsprechende Satz
Aemew me 7cAu 3avum%?M3e3M. Also gehört das 3t^/ü zum folgenden Satz:
.S"ö/ü umtümrm amj77ü%am UmcAumüe 3% upAc.S'M 0: As könnte den
nicht zum Reiche gehörenden Grenzvölkern der Gedanke kommen: ,welche
Absichten hat der König gegen uns?" Die Verbindung von us oder 67m
mit dem Genitiv in der angegebenen Bedeutung ist so gewöhnlich, daß sie
keiner Belege bedarf; in den Edikten selbst begegnet sie zweimal in S 7:
e3a me 7m77m. Ist der Satz 7;7mcAumc7e usw. die Rede der Grenzvölker, so
kann natürlich der folgende Satz nicht mit Bühler e7ü M vü me 7c7?u um7e3%
gelesen werden, sondern ehrM muß ein Wort und Schreibfehler für e7uM
sein, wie 3umpu77pü7uy77üve am Schluß für 3umpu7'7pü7u?/77nr'e^), und der
Satz muß die Antwort enthalten: 'dies ist mein Wunsch in bezug auf die
Grenzvölker: sie sollen erfahren-), (daß) der König folgendes wünscht: sie
sollen ohne Furcht vor mir sein und sollen mir vertrauen und sollen An-
genehmes von mir erlangen, nicht Unangenehmes.' Zu dieser Auffassung
stimmen auch die Reste von Dh, die etwa herzustellen sind: /Aevumymevu
(oder /7y%ymevu) mumu nmA3?/ /Aoü)/. Seltsam ist, daß sowohl Senart
wie Bühler muma 7e als zwei Wörter lesen, obwohl der Genitiv nicht zu
konstruieren und das 7e ganz überflüssig ist. Kern hatte längst mamafe
als Ablativ = Sk. ?/za77aA erkannt.
Setaketu.
Der Held des Setaketu-Jätaka (377) ist der junge Brahmane (müwava)
Setaketu. Er war zur Zeit, als Brahmadatta zu Benares regierte, der
Schüler des Bodhisattva, der als berühmter Lehrer zu Benares lebte.
Setaketu stammte aus einer nördlichen Brahmanen-Familie und war sehr
eingebildet auf seine Kaste. Eines Tages trifft er auf einem Spaziergang
mit anderen jungen Brahmanen einen Oandäla, und da er fürchtet, der
über den Körper des Oandäla wehende Wind möchte ihn berühren, befiehlt
er ihm mit barschen Worten, sich nach der dem Wind abgekehrten Seite
i) Bühlers in Buddh. Stup. S.129 ist wohl nur Druckfehler.
'-) Dh fügt hinzu. Mit dem. püpM%eyM steht das ca püpMwyu in dem
folgenden Satz auf gleicher Stufe; daher steht in Dh wieder Aevam /popM^mrü üü
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