Mothes, Oscar [Editor]
Illustrirtes Bau-Lexikon: praktisches Hülfs- u. Nachschlagebuch im Gebiete d. Hoch- u. Flachbaues, Land- u. Wasserbaues, Mühlen- u. Bergbaues, d. Schiffs- u. Kriegsbaukunst sowie d. mit d. Bauwesen in Verbindung stehenden Gewerbe, Künste u. Wissenschaften ... (Band 3): H bis P — Leipzig, 1883

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H 1. H war bei den Römern das Zeichen für 200. —
2. In Inschriften als Abkürzung namentlich für Hie,
Hasrss, Hora sto.
Haag, in., s. v. w. Hag, Gehäge, Hecke.
Haanrpotje, 1'. (Schlffb.), längliches Holz mit mehreren
Löchern, durch welche die zum Bcsanstakelwerk gehörigen
Taue geführt werden.
Haar, Här,n.,srz.obsv6u, IN. (Hanpthär v. Menschen),
xoil (Barthär des Menschen und Thierhär), erin ni. (von
Mähnen. Schweif des Pferdes), engl, liair, Borsten des
Schweines,frz. 8ois, ü, engl, dristls. 1. DieVerwendung
der H.e in der Bautechnik ist ziemlich manchfach, f. z. B.
die Art. Haarkalk, Haarsieb, Roßhär re. — 2. Als Er-
kennungszeichen dienen lange H.e, z. B. der heil. Agnes,
blutige H.e der Bellona, Schlangenhäre der Gorgonen ?c.
Haaramethysk, in. (Miner.), s. v. w. Faserkiescl.
Haarbaum, in. (Mühleich.), f. v. w. Fachbaum.
Haarbeutrlstil, in., s. Zopfstil.
Haardt, t'. (Forstw.), großer Strich Schwarzholz (ober-
sächsischer Provinzialismus).
Haargras, Härgras, n., s. Sandhafer.
Haarigsten., besteht aus den Maserstöcken desgenreinen
Wegdorns od. Kreuzdorns (R-lmruurw eatbartioa, Fnm.
Wegdorngewächse), erscheint röthlich u., wenn es glatt be-
arbeitet ist, seidenartig geflammt; ist aber nicht häufig, da
der Strauch selten ansehnlich dick wird.
haaricht, härigod.haarsötmlli,a.cks., frz. oagnllairk, engl,
eaxillar^ (Bergb.), nennt man Mineralien, welche in
Gestalt der Häre gewachsen sind.
Haarkatk, Haarmörtcl, NI., frz. mortisr blaue:, blaue
eu bourrs, ru., engl, bair-orout, 8., d. h. Kalkmörtel od.
Gips mit zerklopften Kuh- oder Kälberhären gemischt,
dient zum Abputz auf Holzwerk an Decken und Wänden,
zum Verstreichen der Fugen zwischen Fensterrahmen und
Gewänden, zwischen denDachsteinenic. ZiM/^ebin.Kalk
u. circa ^ ebiu. Sand nimmt inan 1 k§.Kälbcrhäre od.
Flachsscheben. Dieser Mörtel ist unbegreiflicherweise
hier und da verboten.
Haarkies, Ärllcrit, Achwefclmckel, m., frz. xzwitn b oa-
pillairs, niobnl ru. sulkurs, engl, oaxillar^ pzwitss
(Miner.). Dieses Mineral, welches aus einer chemischen
Verbindung von Schwefel mit Nickelmetall besteht, wurde
lange für gediegenes Nickel gehalten. Es findet sich zu
Johanngeorgenstadt in Sachsen und zu Andreasberg im
Harz in nadel- od. härförmigen Krystallen von messing-
gelber Farbe und dient zu Darstellung des Nickels.
Haarröhrchenan;iehuiig, t'., s. Capillarität.
HaarsaH, u. (Min.),frz. Imlotrio, Ui., lmlotrioliitsZ.,
engl, bair39.1t, der faserige (Schwefel-) Alaun; s. Alaun.
Haarsieb, u., frz. tauris IN. 6U oriu, engl, borss-bair-
siovs, feines Sieb von Pferdehären, durch welches Ma-
terialien, die in ganz feinem Zustand verwendet werden
müssen, durchgesiebt werden.
Haarsliber, u., frz ar^outiu. viarKs oapillairs, engl,
oainllai^ iiilvoi' (Mineral.), gediegenes, härförmig ge-
wachsenes Silber.
MocheZ, Illuftr. Bau-Lexikon. 4. Ausl. UI.

Haarvitriol, m. (Miner.), s. d. Art. Bittersalz.
Haarmeide, ü, s. v. w. Korbweide; s. unter Weide.
Haarstrket, ru., frz. oouix>a8 nr. a obovou, b i-688ort,
äla8ticgu6, engl. bair-eouip>Ä8868, p»l., bair-ckivicknr, ein
Zirkel, init welchem man ganz kleine Dimensionen ab-
messcn kann. Die Spitze des einen Schenkels desselben ist
auf ein an den Schenkel angelegtes stählernes Blatt be-
festigt, welches mittels einer kleinen Schraube an den
Schenkel angezogcn u. von demselben entfernt werden kann.
8., engl., Wüchterthürmchen, s. Barbacane.
Habitant«, ru., frz., das Kvmpaßhäuschen.
üabitaet«, 8., engl., srz. babitatiou, k., eigentlich
Wohnung,bcs. aber: 1. s.Bilderblende. — 2. Sakraments-
häuschen.
Illadltatiem, 8., engl., s. (bocko-iuAr
Habronemmalachit, in. (Miner.), basisches kohlen-
saures Kupfcroxyd; s. d. Art. Malachit.
Ilaebtz, ich frz., span, baeba, ist das Beil, die Axt; b.
cks cbar^outisr, die Zimmeraxt; Arancko ln, das große
Beil, die Axt (im engernWortsinn); ln binaiu, die Hand-
axt, Äandaxt; lr. bpoiuA, baolioroau, baobsrou, baobou,
ru., die Tischlerhaue, das Handbeil, iwtits b.Ziaobsttk, b,
das Aextchen, die Neithaue, Reuthaue, der gerade Texel.
llueköv, b, srz., auch uroulurs baobes, billstto o^-
buckri^us, Rundscheit, s. Lillst u. Fig. 579 S. 379, Bd. l.
llaobe-paitte, b, baebvir, ui., frz., Häckselschneide,
baeber, v. tr., frz., 1. hacken; lr. uuo nruraills, eine
Mauer aufhauen, aufrauhen, aufpicken.— 2. In uu ckk88iu,
cineZeichnung schraffiren. — 3. lr. 1a äorurs, dieVergol-
dung ritzen, aufkratzen.
lllu(;k6rtzuu,liu6ktzr«ll) kaekou, in., frz., 1.Tischler-
haue. — 2. Gipshaue, Tünchhacke. — 3. Faschinenhaue,
Feldbeilchen.
Hacbtztl«, b, franz., s. unter baobo; lr. oourb«, der
Texel, Dächsel.
Ila6kotl6)l., frz., das Schieferdeckerbetl, Schindelbeil,
llaebuitz, b, frz., 1. (Zeich.) Schrasfirung; b. 6roi86s,
Kreuzschraffirung. — 2. (Vergold.) die Auskratzung. —
3. (Herald.) die Farbenbezeichnung.
Hackboden, in., s. v. w. fester Boden.
Hackbord, rn, frz. oourounoinout in. cks In xiouxm,
engl.taübrol, tackrail (Schiffb.), bei Schiffen mit breitein
Hintertheil der obere, meist mit Bildhauerarbeit verzierte
Rand desselben.
Hacke, l., frz. bous, b, engl, boo, l.ein eisernes Werk-
zeug niit breiter Schneide, die quer steht gegen einen langen
hölzernen Stil; dient zumAuflvckern der Erde; sie kommt
in der Symbolik als Emblem der Arbeitsamkeit vor. —
2. frz. xie, in., xioobo, b, engl, xiob, bank, überhaupt
jedes Werkzeug zum Hacken; daher in manchen Gegenden
s. v. w. Holzaxt oder Beil.
Hackeftock, öoMich, in. Am besten eignen sich hierzu
Wurzelstöcke von hartem Holz; über Balkenlagen sollten
dieselben niemals ausgestellt werden.
Haeknt, 8., engl., das Handbeil, die Tischlerhaue,
llaok-üle, 8., engl., die Messerfeile, Schneidefeilc.
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