Naegele, Anton
Die Heilig-Kreuzkirche in Schwäbisch-Gmünd: ihre Geschichte und ihre Kunstschätze — Schwäb. Gmünd, 1925

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Dorwort

GM)

Ruf Les K. Gesamtkirchenstiftungsrats von Gmünd, seine Vorarbeiten zu
einer Geschichte L>er Heiligkreuzkirche als Festgabe -er Heimatstadt zum Rotten-
burger Bischofsjubiläum zur Verfügung zu stellen un- zu einer längst erwarteten Nonographie
öes gotischen „Nünsters U. l. §rau" auszuarbeiten, glaubte öer Verfasser auch in seinem
süötirolischen Erholungsexil sich nicht entziehen zu öürfen. Nöge öie Irucht öer Iorschungs-
unö Sammelarbeit von einst unö jetzt öes einzigartigen heimatlichen Kunstöenkmals wie
seines obersten Hüters unö hervorragenöen Kenners nicht unwüröig sein, vielleicht auch
nicht unwert all öer vielen Vorfahren, öie ihres Geistes Kraft, ihrer Hänöe Arbeit, ihres
Reichtums Vpfer, ihres Herzens Gebete öiesem wahrhaftigen templum peramplum seit
sechs Iahrhunöerten geweiht habenl

Die erste Ausgabe öieses Iubiläumswerks will auf öen geschichtlichen Weröegang öer
herrlichen Gmünöer Hallenkirche öen Hauptnachöruck legen unö öurch erstmalige Nitteilung
von Griginalöokumenten in Wort unö Bilö öie treuherzige, sinnige, minnige Sprache unserer
Vorfahren aus öem vierzehnten unö fünfzehnten Iahrhunöert öen Nachkommen vor Augen
führen. Line zweite Ausgabe soll öann, über öen engeren heimatlichen unö weitgespannten
zeitlichen Rahmen hinausgehenö, öer für Autor unö Leser leichteren spstematisch-örtlichen
Baubeschreibung mehr öas Wort lassen unter Umkehrung öes Verhältnisses von Bilö unö Text.

Was öie unter massenhaften Pfarrarchivalien unö Kirchenbüchern lange ergebnislos
angestellten Nachforschungen an wenigen, um so gewichtigeren urkunölichen Aufschlüssen zur
Baugeschichte von Heiligkreuz zu Tage geföröert haben, sei öer im wissenschaftlichen Betrieb
üblichen, gewissenhaften Benützungs- unö Zitationsweise angelegentlichst empfohlen. In öieser
ersten kunsthistorischen Nonographie über öas Gmünöer Liebfrauenmünster öen literarischen
Ton moöernster Gefühls- unö Rauschgotik nach Art bekannter, „von Sinn unö Geist öer
Gotik" meilenweit entfernter unö entfernenöer Schriften anzuschlagen, müßte ich wohl als
eine Versünöigung am Geist öer fünf eölen Nänner fürchten, öie ich in öer Ehrenhalle
öer um öie Heiligkreuzkirche im neunzehnten Iahrhunöert besonöers veröienten Persönlich-
keiten vereinigen wollte; es sinö öarunter Vertreter verschieöener Stänöe unö Konfessionen,
von Schule unö Kirche, von Kunst unö Wissenschaft.

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