Naegele, Anton
Die Heilig-Kreuzkirche in Schwäbisch-Gmünd: ihre Geschichte und ihre Kunstschätze — Schwäb. Gmünd, 1925

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Schluß

it dem Lnöe des neunzehnten IahrhunLerts nehmen wir Abschied von dem altehr-
würdigen Bau und seiner inhaltsreichen Geschichte. Lin ebenso reiches als schwieriges
Srbe hat öas zwanzigste übernommen: das Grerbte zu erhalten und zu mehren. Was auf
beiden Gebieten im ersten Viertel des neuen Iahrhunderts geschehen ist, kann endgültiger
Beurteilung noch nicht unterliegen; es fehlt die Distanz öer Zeit, öer unbestechlichen
Prüferin wahrer Werte gegenüber öen nicht untrüglichen Wertmaßstäben öer Gegenwart
unö an Gegenwartsleistungen. Immerhin veröient zum Schluß Grwähnung, wie unsere
mitlebenöe Generation öas Dätererbe bereichert hat: öer kunstgerechtere Neueinbau öes
Tabernakels am Hochaltar, öer mit öen Statuetten zu beiöen Seiten öes wieöer ver-
werteten spätgotischen Kreuzes, Iohannes unö Naria nach öen berühmten Nürnberger
Figuren, unter Dekan Karl Ammenhofer nach D. Schulz's Borschlägen, geschmückt wuröe;
öie neue, würöige, holzgeschnitzte Naöonnenfigur für öen Naialtar an Stelle öes
alten Kreuzaltars unter ck Dekan A. Saile; öie von -s §rau A. Graf geb. Wahl
geschenkte, aus B. Kraus' Garten stammenöe, überlebensgroße, holzgeschnitzte Narien-
statue aus öem sechzehnten Iahrhunöert am inneren Westportal, öie nach einem eben-
bürtigen Gegenstück laut ruft; öas K.riegergeöächtnismal mit öer ergreifenöen, einst öer
Sebastiansbruöerschaft gehörenöen Holzfigur (2,20 m hoch) öes hl. Nartprers unö Sol-
öaten Sl. Sebastian in öer Nische unterhalb öer Sakristei, nach Prof. D. Schulz's Gnt-
wurf (1920). Die wertvollste Bereicherung veröankt öie Hl. Kreuzkirche Herrn Lonstantin
Koehler unö Irau Lina geb. §orster (ck 12. Närz 1922), welche im Iahr 1910 öie
Beleuchtung öer Kirche unö öes Hochaltars unö öen Kronleuchter im voröeren Nittel-
schiff stifteten, öie schönste Zierat für ^esttage unö Früh- unö Abenögottesöienste; öiese
Schöpfung von Stotz A Schlee in Kornwestheim (s. Abb. 67) stellt ein Denkmal harmonischer
Berbinöung von Altem unö Neuem öar. Gnölich hat öas Bischöfliche Gröinariat in
Rottenburg im Iahr 1917 gegenüber öem öurch Dokumente bezeugten Wechsel von Primar-
unö Sekunöar-Patrozinium öas 5est Kreuzerhöhung neben öem jüngeren Nariä Himmel-
fahrt als Titelfest festgelegt.

Die verantwortungsvollste Arbeit an öem Iahrhunöerte alten Lrbe aber haben öer
Grünöer öes Bereins zur Grhaltung unö Lrneuerung öer Hl. Kreuzkirche, Dekan Karl
Ummenhofer, unö öer ebenbürtige Nachfolger öer vielen berühmten Nürnberger Kirchen-
meister, Prof. Gtto Schulz, übernommen: öie Wunöen, welche Winö unö Wetter, Rauch

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