Schrammen, Jakob
Altertümer von Pergamon (Band III,1, Text): Der grosse Altar - der obere Markt — Berlin, 1906

Seite: 125
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ZU EINIGEN TAFELN

Zu Tafel III:
Blick auf das Altarfundament vom vorderen Rande des Athenaheiligtums herab, von wo
man einst den Altar und das, was an ihm vorging, am hesten übersehen konnte. Die Photo-
graphie ist in der ersten Periode der Ausgrabungen aufgenommen. Damals war der Abbruch
der byzantinischen Mauer (S. 19) noch frisch mit der weißen Farbe der Kalkmörtelbedeckung
der WerkstUcke, und so zeichnet sich der Verlauf jener Mauer jenseits des Altars und des damals
noch nicht voll ausgegrabenen Marktes, längs dessen Süd- und Ostseite, klar ab. Hinter ihm
dehnt sich dunkel, von Buschwerk überwachten, der auch heute noch nicht ausgegrabene Anfang
des weiteren Südhanges des Stadtberges hin. Fern in der Tiefe breitet sich die heutige Stadt,
von der aus vorüber am Konak und zwischen den zypressenbewachsenen türkischen Friedhöfen
hin, dann rechtsum wendend, die Straße nach Dikeli kenntlich ist. Sie läßt den Grabhügel Mal-
Tepe links. Viel weiter links hin hebt sich aus der Ebene ein anderer Grabhügel, der Jigma-Tepe.
In ganzer Breite schließt jenseits der Ebene das Grenzgebirge gegen die Hermos-Ebene das Bild
ab, die Jürtdag, vor dem, hart am Fuße seiner ersten Höhen, man den Kaikos rechts hin fließend
zu denken hat.
Im Altarfundamente links, nahe dessen Nordwestecke, erkennt man den Rest des älteren
Rundbogenbaus (S. 83). Auf den Stufen der Ostseite sseht man die zwei Marmorstufenplatten,
das einzige vom Marmoraufbau des Ganzen an seinem Platz Erhaltene (Taf. II und VI, 2; auf
letzterer, erst jüngst aufgenommener Ansicht liegen jenseits dieser Platten auf derselben Stufe einige
Leiber der Akroterienpferdchen, S. 76f.).
Rechts vom Altarfundament, mit dessen Westseite auf den Beschauer zu konvergierend,
verläuft der Rest der samt den zu ihr gehörigen anderen älteren Bauten bei Anlage des Altar-
platzes beseitigten Stadtmauer. Sie ist auf Taf. I und II wie auch im Texte die voreumenische
benannt. Wir pflegen sie sonst, als mit Wahrscheinlichkeit Attalos I. zuzuschreiben, die attalische
zu nennen.
Zwei erst 1886 von uns erbaute Wächterhäuser, das eine am Ende der attalischen Mauer
(Taf. XXIII, 1 links oben), das andere auf der byzantinischen Mauer, fehlen noch auf dem Bilde.
Dagegen ist ganz links vor dem Ende der byzantinischen Mauer die jetzt längst beseitigte Holz-
baracke zu sehen, welche den Mitgliedern der Expedition Unterkunft während der Tagesarbeit
bot; Humann erwähnt sie im zweiten vorläufigen Berichte S. 21.
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