Schrammen, Jakob
Altertümer von Pergamon (Band III,1, Text): Der grosse Altar - der obere Markt — Berlin, 1906

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Der Aufbau des Altars über dem Deck-
gessms der Gigantomachie.

Die Säule.

Die Stylobat-
platten.

Von der Säulenhalle, die den mächtigen skulpturengeschmückten Unterbau krönte,
haben sich sehr viele Einzelstücke auf dem Altarplatze wie auf den tieferliegenden
Terrassen und in der »byzantinischen« Mauer vorgefunden.
Für die Anordnung der Säulenhalle bietet das regelmäßige, bis tief unter die
Höhe der Halle zerstörte Netzwerk des Fundaments nicht den geringsten Anhalt. Wir
sind ausschließlich darauf angewiesen, die einzelnen Glieder der Säulenordnung und die
Architekturteile, die sich mit ihr in unmittelbare Verbindung bringen lassen, genau zu
untersuchen, um auf diese Weise die Unterlagen für die Ermittelung der Bauanlage
oberhalb des Deckgesimses der Gigantomachie zu gewinnen.
Die Säule ist ionischer Ordnung; sie mißt mit Basis und Kapitell 2,67 (vgl. Taf. X).
Die Basis ist verhältnismäßig hoch und sehr fein und reich gegliedert. Zwei, auch drei
kräftige Dübel verbanden sie mit dem Schaft. Dieser ist 2,275 hoch und von gedrungener
Gestalt; er hat 24 Kanneluren und ist oben und unten durch einen Rundstab abge-
schlossen. Die Schäfte waren Monolithen; der obere Durchmesser beträgt 30,8 cm, der
untere 35,2. Das Kapitell ist 13,5 cm hoch und von hervorragender Schönheit in Er-
findung und Ausführung. Besonders ausgezeichnet ist es durch die wechselnde seitliche
Ausbildung der Voluten, die bald mit Gurtungen aus Rundstielen, bald mit Blattwerk
oder Blitzbündeln geschmückt sind (vgl. Tasf. X und XII). Übrigens befinden sich unter
den erhaltenen Kapitellen eine Anzahl, die nach Abmessungen und Schmuck zum Altar
gehören, bei denen aber die technische Ausführung der Einzelheiten wesentlich schlechter
ist als bei der Mehrzahl der vorhandenen Kapitelle und Kapitellreste. Die ganze Säule
ist etwa 7,5 mittlere Durchmesser hoch.
Die Stylobatplatten der Säulen sind 16,5 bis 17,5 cm hoch, 67 bis 76 cm im ganzen
tief. Es sind 18 meist stark fragmentierte Stücke erhalten, darunter zwei Eckstücke; diese
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