Schrammen, Jakob
Altertümer von Pergamon (Band III,1, Text): Der grosse Altar - der obere Markt — Berlin, 1906

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Die Hof wände.

Über den Aufbau der Hofwand im Innern des Altarhofes wissen wir außer der
von Schrader gegebenen Anbringung des Telephosfrieses nichts. Die Platten dieses
Frieses haben nämlich an der Oberseite ein Gesims, das mit dem den Wandarchitrav
oben abschließenden Prosil völlig übereinstimmt. Hieraus hat Schrader (die Anordnung
und Deutung des pergamenischen Telephosfrieses, Jahrbuch des Archäologischen Instituts
Bd. XV, 1900, S. 97ff.) geschlossen, daß die Oberkante der Friesplatten und die des
Wandarchitraves auf dieselbe Höhe zu setzen sei, wie mir scheint, mit Recht. Daß
die unter dem Friese noch übrigbleibende Wandssäche durch Gesimse gegliedert war,
werden wir annehmen mussen. Die spärlichen Reste der im Fundbereiche des Altars
gefundenen Gesimse, die nicht zum bisher besprochenen Aufbau gehören, genügen je-
doch nicht zur Ermittelung von sicheren Unterlagen für die Unterbringung am Bau. Das
von Schrader versuchsweise in seiner Abb. 2 unter die Friesplatten gesetzte, in vier Stücken
erhaltene Gesims ist nicht mehr griechisch, sondern vielleicht schon byzantinisch. Es ist
auch kein Fußgesims, sondern ein Kranzgesims. Von den sonst noch vielleicht als zu-
gehörig erwähnten Gesimsen ist das eine das Fußgesims des Altarunterbaues; das andere,
von dem drei Stücke, darunter eine ausspringende Ecke, erhalten sind, ist im Maßstab viel
zu groß, weit größer als das Fußgesims der Gigantomachie. Außer diesen Gesimsresten
sind noch drei Bruchstücke eines Gesimses erhalten, das im Aufbau eine verkleinerte
Wiederholung des Gigantomachiefußgesimses ist und darum wohl unter dem Telephosfries
gesessen haben könnte. Zwei auf S. 62 abgebildete Stücke flammen von einspringenden
(Abb. a und b), eins von einer ausspringenden Ecke (Abb. c). Der Stein Abb. a hat nun
an dem einen Ende eine spitzwinklig angeschnittene anscheinende Gehrung, die das An-
bringen dieses Steines im rechtwinkligen Altarhofe ausschließen würde. Ich halte es
freilich für unwahrscheinlich, daß diese Schräge auch wirklich eine Gehrung bedeutet,
da an der anderen Seite des Steines sseh wieder eine, diesmal regelmäßig geschnittene
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