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Petersen, Eugen
Die Burgtempel der Athenaia — Berlin, 1907

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https://doi.org/10.11588/diglit.934#0024
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II. Das Reliefbild des Urtempels. 21

den beiden Cellentüren, die in einen Zwischenraum zwischen
beiden Cellen führte, nur vermutet wurde, nunmehr jedoch im
d-vQw^ia eine Nachbildung gefunden zu haben scheint.

II. Bas Reliefbild des Urtempels.

Jetzt ist es Zeit das Porosrelief der Akropolis zu ver-
gleichen, das von all den merkwürdigen Skulpturen seiner Art
sicherlich die merkwürdigste ist. Die Bruchstücke sind von
Th. Wiegand, Die archaische Porosarchitektur usw. auf T. XIV
nach vortrefflichen Aquarellen wiedergegeben und im Textband
sorgfältig beschrieben, durch Photographien Stück für Stück
illustriert und zutreffend beurteilt worden. Es ist daher nur
wenig was ich auf Grund eigener kürzlich vorgenommener
Prüfung, zum Verständnis der einzelnen Fragmente beitragen
kann: das Ganze wird in dem hier gegebenen Zusammenhang
von einiger Bedeutung sein. Ein Quaderbau mit Dach, an den
links eine niedrigere Mauer anstieß, über der ein Baum aufragt,
dies Gesamtbild ist bei der Zusammenstellung auf der genannten
Tafel unzweifelhaft richtig erfaßt. Gebäude und Mauer sind
beide aus Quadern in Fugenharmonie erbaut, die Mauer aus
lauter gleich hohen Schichten, das Gebäude aus wechselnd hohen
und niederen. Die wechselnden Höhenmaße sind, von einer
verschwindend kleinen Differenz abgesehen, von unten bis oben
bei beiden Arten gleich. Je eine von beiden zusammen messen
auf dem in ein Viertel gehaltenen Tafelbild 35 mm. Da beide
blaugemantelten Frauen von gleichen Verhältnissen sind, ermißt
man am Vergleiche, daß die am Gemäuer in Seitenansicht
stehende nicht anders ihre volle Höhe haben konnte, als wenn
die beiden hohen Quaderlagen die zu unterst am oberen, zu
oberst am unteren Stück nur je zum kleineren Teile sich erhielten,
je zu einer ganzen Lage ergänzt werden und zwischen ihnen
noch eine niedrige. Machmessend findet man, daß auf der Tafel
der Abstand beider Stücke nicht um eine, sondern um zwei
niedere Lagen (außer den beiden ergänzten hohen) erhöht
worden ist. Um etwa 14 mm also hat man sich den Abstand
verringert zu denken, oder noch um eine hohe Schicht zu ver-
mehren, wie es in Abb. 2 geschehen. In dieser habe ich die
Stücke der Wiegandschen Tafel XIV so zusammengerückt, wie
 
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