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Petersen, Eugen
Die Burgtempel der Athenaia — Berlin, 1907

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https://doi.org/10.11588/diglit.934#0114
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V. Das neue Erechtheion. 111

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yByqanrui äQ/.ta eXuvvwv. Also war ErechtheHS im Tempel
auch zu Wagen mit oder neben Athena dargestellt, wo anders
wohl als in dem nlva^i

Wie die Geburt des Erechtheus, so war auch sein Fahren,
wobei ihm die Göttin, wenn auch nur durch ihre Gegenwart,
behilflich war, in attischer Kunst dort im Tempel schwerlich
zum erstenmal dargestellt. Galt Erechtheus (Erichthonios) doch
als Stifter der Panathenäen, speziell des Wagenrennens, also
auch der feierlichen Pompe mit Viergespannen. Wie der Opfer-
zug zum Bilde der Polias auf jener sfig. Berliner Hydria
(S. 29) dargestellt scheint, so sieht man auch auf anderen sfg.
Vasen etwa Peisistrateischer Zeit, da die Panathenäen zur großen
Penteteris erweitert wurden, nicht selten Athena mit einem Manne
auf einem Viergespann, namentlich unter Vorangehen des Hermes
dargestellt. Oft ist der Mann Herakles, den wir dann wohl
feierlicher als im Relief des Hekatompedon-Giebels, mit Athena
selbst zum Olymp fahrend zu denken haben, wie später mit
Nike wirklich aufwärts durch die Lüfte. Anderswo ist es Zeus,
wie auf den Berliner Fragmenten 2049 (Hartwig, MS. S. 193)
oder Dionysos. Auf der großen Berliner Schale 2049, die auf
beiden Seiten dieselbe Darstellung hat, steht ein Mann im langen
Wagenlenkerchiton, drüber ein Fell, die Göttin steht diesseits in
Vorderansicht, wendet aber den Kopf zum Lenker hin und weist
mit dem Helm in ausgestreckter Hand auf das Ziel. Das Fell
und ein eigentümlich vorhängender Stirnschopf sprechen doch
vielmehr für einen generellen Wettfahrer. Über London D 230
und 320, auch München 784 wage ich ohne selbst gesehen zu
haben, kein Urteil.

Die beiden Erechtheusbilder, als das Leben eines und des-
selben Stammvaters angehend, würden in einem, dem obersten
Streifen der Tafel nebeneinanderstehen; das Viergespann mit
den Figuren des Erechtheus, der Athena, des Hermes würde
dem anderen Bilde leicht die Wage halten können. Viel ein-
förmiger waren vermutlich die unteren Streifen, deren Figuren
allerdings unschwer zu zweien, dreien oder auch mehreren in
lose Verbindung gebracht sein könnten. Bis zum fünften Jahr-
hundert herab, wird ihnen auch wohl alles individuelle Gepräge
abgegangen sein, Namen, die nicht gefehlt haben können, mochten
 
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