Pomtow, Hans R.
Beiträge zur Topographie von Delphi — Berlin, 1889

Page: 67
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Sonstiger Inhalt des Temenos. 67

haben, yoü denen letzteres z. B. die Orakelsammlung (-[•pdu.ji.axoc duoppr^a Plut.
Lysand. 26), ersteres die öffentlichen Urkunden (öTtfjfxv^jxaxa AsKcpäiv Plut. Sol. 11) ent-
hielt, ist nicht sicher, wird aber wahrscheinlich durch Bull. V nr. 1 p. 163 Zle. 33 ff.:
dvoqpa'^av-sc . . sia Titvaxaj XeXeuxtujxsvouc Suo . . . • xotxai}svxtt> 8s xöjx fisv sva iri'vaxa sv x&v
vaov, töv 8k sva m'vaxa sv xo 8a[x6atov ■ypajj.jj.axsi'ov. Demgemäss müsste das Priester-
Archiv im Tempel selbst vorausgesetzt werden1).

3) Werkstätten für den Tempelbau, bez. für dessen dauernde Instandhaltung:
das vannouov und die sp-j-acrcipia, aus der Bauperiode um 200 v. Chr. bezeugt* bei
W.-F. 1. In ersterem scheint die Bauleitung (z. B. der dpj(txexT(juv xou vaou Agathon,
nach ihm sein Sohn Agasikrates und sein Enkel Agathocles, vgl. Lebas 840 = Dittenb.
Syll. nr. 206) stationirt gewesen zu sein.

4) Wo die iraaxdc [xe^oXt] (W.-F. 1) gelegen habe, ob drüben im Gymnasion
oder diesseits im Temenos, wissen wir nicht.

Ferner sind im Hieron sicher vorhanden gewesen, wenn auch bisher noch
nicht urkundlich zu belegen:

5) Ein vswxögiov (vgl. solches in Delos, Bull. VI p. 48 Zle. 177), das
Amtslocal des lebenslänglich angestellten Tempelverwalters (vstuxopo;).

6) Ein oder mehrere ösr^oXsiuvsc, wo die beiden fungirenden Priester, desgl.
die beiden Trpoaxa'xat xoo tspoo (z. B. Polygonm. BC nr. (95); Bull. V, 44), der upocp^xrjc,
die Pythia etc. ihre Wohnung hatten.

V.

Die alte hoaiz der Delphier.

A. Das Delphische Thal und seine Zugänge.

Der nach Süden zu abfallende Delphische Bergabhaug wird von den drei an-
deren Seiten durch die Felsen des Parnass begrenzt. Den Südabsturz seines gewal-
tigen Gebirgsstocks bildet eine meilonlange, fast an der ayiaxri beginnende, von Ost
nach West in ununterbrochener Kette hinstreichende Riesen wand (der Petrites; der
Katopteuterios der Alten), an deren Fuss die 'heilige Strasse' hinzieht, zu vielfachen

neke (arch. Zeit. XV 1857 p. 102) in 2-ivorräv 9r,aaup. ändert, würde mit Bull. V nr. 1 p. 163
Zle. 34ff. gut stimmen, doch ist ÖTjöaupd? in dieser Bedeutung unerhört.

') So war es auch in Dodona; vergl. Fleckeis. Jhb. 1883 (Bd. 127) p. 346 sq.

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