Pomtow, Hans R.
Beiträge zur Topographie von Delphi — Berlin, 1889

Page: 109
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Die Eumenes-Inschrift.

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souillier und Di Hellberger (Syll. nr. 215) mit vollstem Recht obigen Jahren (178 bis
172) zugewiesen wird und worin die Aetoler beschliessen: (vs. lOsqq.) [sTrjaivsaai | ßoc-
aiXsja Eouivr, xat tob? äosXcsou; aörou "AxxaXov, (DiXsxatpov, 'Aö^vawv xat ßaai'Xiasav j
WoXX(uvi'öa]tä[ji, uaxspa autSv xas xov octaov xüiv I ko-'aij.7jv<7)v . | xai 3xs'.fc<v(ojaat sxa-
cnov aÖTtuv e?xovt ^poasat, -b[i usv ßaaiXsa s<s: unrou, xob? os dc[8sXcpou; 7tsCixai j xxX.
Obwohl nicht ausdrücklich bezüglich dieser Statuen gesagt wird, dass sie in Delphi
errichtet werden sollen, so ist das doch implicite im ganzen Verlauf der Inschrift ent-
halten, und ich sehe nichts. Avas uns abhalten könnte: obige Basis für diese 'vergol-
dete Bronzestatue1 in Anspruch zu nehmen1). Wenn die Decret-Stele oben vor den
Stoasäulen, die Statuenbasis unten am Belleniko gefunden wurde, so wäre das -
auch wenn letzteres feststünde — völlig irrelevant, da am Schluss der Inschrift aus-
drücklich die Aufstellung zweier Separat-Stelen (vs. 32) xäp. [uav sv öepfiofv], xAv 8s
sv AsXcsooc decretirt ist, ganz unabhängig von den sonstigen für Eumenes beschlossenen
Ehrenbezeugungen. — Mit welchem Recht Haussouillier behauptet (p. 382) 'la pierre
sur laquelle est grave le decret faisait partie du piedestal'") (sc. der Königsstatuen),

') Dass dieselbe nicht lebensgross gewesen wäre (0,91 X 0,48 Standfläche), würden wir auch
sonst voraussetzen müssen.

2) Dies scheint der einzige Grund gewesen zu sein, der H. hinderte, unsere ihm bekannte
Eumenes-Inschrift auf die im Decret erwähnte Bildsäule zu beziehen: aber wie viel Aetoler-Anatheme
für Eumenes soll es denn in Delphi gegeben haben? — Betreffs der zweiten von ihm und Ditten-
berger aus Rhang. A. H. II nr. 1228 angezogenen Eumenes-Inschrift, die angeblich aus dem Amphia-
reion bei Oropos stammen soll, bekenne ich, dass ich an ihre Existenz nicht glaube. Sie stimmt
nämlich derartig verblüffend mit unserer Eumenes-Inschrift überein, dass jeder Kundige solchen
consensus für unmöglich erklären rauss, — oder haben die Aetoler vielleicht die nach Schablone
hergestellten Eumenes-Basen auf Vorrath gearbeitet und mit dito Inschriften versehen, fertig überall
hin versandt? [Die Delphische besteht aus epichorischem Stein!] Hinzukommt, dass dieser zweiten
Inschrift charakteristische Incorreetheiten (in Zeilenschlüssen) mit einer der späteren Copieen unserer
Eumenesbasis gemeinsam sind. Man vergleiche:

Rhangabe nr. 1228 (1855) Foucart mein. p. 214 not. 2 (1865)

aus Oropos: aus Delphi:

BASIAEAEYMENH BASIAEAEYMENH
B ASIAEflSATTA AOY BAZIAE P.STAT TAAOY

TOKOINONTP.NAIT.QA-QN TOKOlNONTßNAITflAQN
APETASENEKENKAIEYEPTE APETAXENEKENK AI EYEPTE

5 £IA£TASPOTITOE©NO£ 5 ZIAXTAXTTOTITOEONOX

Es verlohnt sich nicht, die Quellenverhältnisse dieser beiden Copieen zu untersuchen, ich begnüge
mich mit ihrer Confrontirung und setze die wirkliche Eumenes-Inschrift, welche dieselben Zeilen-
absätze aber unter sich gleichlange Zeilen zeigt, ebenfalls zur Vergleichung her:

BAIIAEAEYMENH
(Delphi:) BAXIAE.QXATTAAOY
TOKOINONTßN AITflA&N
APETAZENEKENKAIEYEPTE
5 ZIAETAZPOTITOEONOZ
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