Probst, Hansjörg
Seckenheim: Geschichte eines Kurpfälzer Dorfes — Mannheim, 1981

Page: 493
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/probst1981/0512
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Johann Georg Voltz (r; geb. 1657 - gest. am 4.11.1711)

Mai 1691 - Jan. 1704

Johann Georg Voltz war der Sohn des Schultheißen Veiten Voltz, seinen Vornamen hatte

er von seinem Paten, dem späteren Schultheißen Johann Georg Reiß. Er war Schöffe und

Zentschöffe.

Heinrich Mayer (k; geb. 1664 - gest. am 18.8.1755)
Februar 1704 - 2.1.1711

Heinrich Mayer war der Sohn des aus Ladenburg um 1650 zugezogenen Gemeindeschäfers
Andreas Mayer. Seine Familie ist bis heute in Seckenheim vertreten. Heinrich Mayer war
mit Anna Katharina Gräber verheiratet, der Tochter des ersten Hirschwirts Franz Gräber.
Von 1704 bis 1729 war er selbst Wirt im Goldenen Hirsch. Schon 1699 ist er als Schöffe
bezeugt, was er nach seinem Rücktritt wieder war. Von 1718 an war er Anwalt im Gericht
bis zu seinem Tod.

Johann Andreas Staaß (k; geb. 29.9.1680)

Februar 1711 - 7.5.1725 t

Er ist der Enkel des bereits 1653 in Seckenheim ansässigen Heinrich Staaß. Sein Vater hieß

ebenfalls Heimich, war Schmied und saß im Gericht. Die Familie Staß oder Stoß ist schon

1555 in Käfertal vertreten; vor 1650 war ein Mathes Stoß Schultheiß in Edingen. In Sek-

kenheim ist die Familie um 1780 ausgestorben.

Johannes Herzberger (k; geb. 1698)
15.5.1725 - 3.6.1770 t

Auch Johannes Herzberger stammt aus einer der katholischen Familien, die sich kurz nach
1650 in Seckenheim niederließen. Die Familie kommt aus Ladenburg, wo 1620 der Bäcker
Daniel Herzberg mit drei Söhnen nachgewiesen ist. Dessen ältester Sohn Hans Jakob war
ebenfalls Bäcker und lebte von 1651 bis mindestens 1685 in Seckenheim; er war Schöffe.
Sein Sohn gleichen Namens und Vater des obigen Schultheißen (1666-1717) war auch
Bäcker und der erste Löwenwirt. Er war Schöffe und über 20 Jahre Anwalt im Gericht.
Johannes Herzberger war 45 Jahre Schultheiß und genoß weit über Seckenheim hinaus
höchstes Ansehen.

Johann Heinrich Herzberger (k; geb. 3.3.1740)
16.7.1770- 12.11.1800 t

Er folgte seinem Vater als Schultheiß mit solcher Selbstverständlichkeit nach, daß er nach
dem Tod seines Vaters gleich „designierter Schultheiß" [229/96585] genannt wurde. Er
«warb sehr großen Reichtum: nach der Taxationsliste von 1784 hatte er fünf Anwesen,
m 1770 kaufte er zu seinem Gasthaus „Zum Goldenen Löwen" den alten Schwanengast-
f> riß ihn ab und ließ 1780 das prächtige Haus [heute Brückenapotheke] von Rabaliatti
«bauen. Er war mit Barbara Münch aus Lampertheim verheiratet und hatte mit ihr 7 Söh-
ne und 6 Töchter. Nur ein Sohn, Johann Jacob, überlebte den Vater. Vier Töchter verhei-
1 eten sicn nach Mannheim, Freinsheim, Ziegelhausen und Lampertheim.

Johann Georg Seitz (r; geb. 16.10.1761)
uezember 1800 - 22.12.1814 t

hei ann Ge°rg Seitz war der letzte kurPfälzische und erste badische Schultheiß Secken-

™$' "V°8t Seitz" - wie er nach seinem späteren Titel genannt wurde - stammt aus der

Peter snntCn Peters"Linie der Familie Seitz. Sein Urgroßvater war der Oftersheimer Hans-

Seitz (1673 -1746), der 1694 nach Seckenheim gekommen war. Der Großvater des

493
loading ...