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Sauer, Bruno
Der Torso von Belvedere — Gießen, 1894

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https://doi.org/10.11588/diglit.13446#0139
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male, weit offene Augen nicht würde zur vollen Wirkung kommen
lassen, und das Stirnauge so stark zu verkürzen, dafs es nur zum
kleineren Teile sichtbar blieb, solange der Beschauer sich an die
Hauptansicht der Statue hielt. Ähnlich haben sich moderne Künstler
von Sebastiano bis Flaxman das mifsliche Problem erleichtert; aber
sie alle, mit alleiniger Ausnahme des Giovanni da Udine, haben durch
naturalistische Bildung des Stirnauges den glücklich errungenen Vor-
teil wieder verscherzt. Wie der griechische Künstler, wie wahr-
scheinlich auch Apol- lonios sich half, zeigt
uns ein Werk eines rt^afi^hssk. griechischen Mei-
fsels, das albani'sche {■.'■-.:-. lt.V Relief. Einen stark
gewölbten Augapfel, der ^jj^JjgHfflBB
Höhle verlangt, fal-

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Körper und den vor- 'Zftx^*^-*^ tret^

der Stirn und Wan- . :> :/■' - ' gen ET"

geeignet sind, solche GebE^

Fläche der Stirn zu /" setz |^ +_!
Künstler dieses Re- liefs =J2

voll. Er pafste der Stirn den Augapfel an, indem |_ „C

wenig stärkere Wölbung als jener gab und dar E_2> O
ihn zwischen Lider einzubetten an einer Stelle, di|
Stenz einer Höhle nicht zu denken erlaubt. Da eil

die plastische Andeutung des Augensterns vermied, E"_^ C
leeres, fast schematisches Gebilde, das nicht nur eil
Auge sehr unähnlich war und deshalb die störende En]

unnatürlichen Lage kaum aufkommen liefs, sondern E_ ^>

kümmerung der beiden normalen Augen vortrefflich | =_«? i_

das Bild eines schwachsichtigen Wesens vervollständig =- O

Rekonstruktion dieselbe Lösung wählte, wird man soE-5 q£J

verständlich finden. i_

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