Schlagintweit, Emil
Indien in Wort und Bild: eine Schilderung des indischen Kaiserreiches (Band 1) — Leipzig, 1880

Page: 73
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schlagintweit1880/0103
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
jtMILt UUZ,

Trachytfelsen an der Nordküste von Salsette.

FÜNFTES CAPITEL.

Das Dekhan.

15 rei Provinzen des englischen Kaiserreiches Indien sind mit dem Titel Präsident-
schaft ausgezeichnet; Bombay ist darunter mit 322,754 Quadratkilometern (5854
Quadratmeilen}, oder der Grösse Preussens ohne die Rheinprovinz, räumlich die
kleinste, aber die älteste der Organisation nach; 1687 wird die Stadt Bombay
'" Vorort aller Besitzungen der ostindischen Kompagnie, erst 1753 wird der dortige
||^ Gouverneur unter jenen von Kalkutta gestellt.

Die Präsidentschaft Bombay erstreckt sich vom unteren Indusflusse an der Westküste
K Indiens, vom arabischen Meere bespült, hinab bis zum 14. Breitengrade; fast 25'/, Millionen
Menschen wohnen innerhalb seiner Grenzen, gl/4 derselben sind noch von Vasallenfürsten
der Krone Englands regiert.

Die langgestreckte Küste ist durchgehends felsig und schwer zugänglich. Zahlreiche
Flussmündungen gewähren den kleineren Schiffen, wie sie von Eingeborenen im Küstenhandel
geführt werden, in der guten Jahreszeit ausreichenden Schutz; sichere Ankerplätze vor den Stürmen
der Südwestmonsune sind dagegen nur die Häfen von Karatschi (nördlich der Indusmündung),
Bombay und Karwar, südlich von Goa. Das eigenartigste Gebiet an der Küste liegt nördlich der

73
loading ...