Schlagintweit, Emil
Indien in Wort und Bild: eine Schilderung des indischen Kaiserreiches (Band 1) — Leipzig, 1880

Page: 137
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Eisenbahn - Schlafwagen.

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ACHTES CAPITEL.

Die Nilg"iris.

tandort
tation

für südliche Kulturen, der Fuss des Gebirges von durchaus tropischer Vege-
gesäumt, Berge, Thäler und Wasserfälle, im Innern dagegen so wild wie Nord-
Tyrol, die Fernsichten von unendlicher Mannigfaltigkeit, ein solches Gebiet sind die
„blauen Berge," Nilagiris (verkürzt im Volksmunde zu Nilgiri, Neilgherry in englischer
Schreibweise), ein Massengebirge gleich dem Harze und diesem bei 1490 Ouadrat-Kilo-
meter (35 Quadratmeilen) Flächeninhalt an Umfang ziemlich gleich, aber in vertikaler
Erhebung im Dodabetta-Gipfel das vierfache des Brocken erreichend. Das Gebirgsland
der Nilgiris bildet das eigenartigste Gebiet Indiens südlich des Wendekreises des Krebses;
es liegt fünfhundert Kilometer in westlicher Richtung von Madras entfernt, 160 Kilometer
landeinwärts der Malabarküste. Gegen Südosten (Koimbatur) fällt das'Gebirge auf 300
Meter ab, westlich ist es von den West-Ghats getragen, nördlich steigt bis zu 1100 Meter
das Bergland Maissur herauf.

Der Schnellzug, der Madras Abends verlässt, setzt den Reisenden in Pothanur am Fusse
des Gebirges am nächsten Morgen ab; das Vier- bis Fünffache der Zeit erfordert die
kahrt von Bombay aus. Wer die Seereise gut verträgt, geht von Bombay bis Bepur, dem

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