Staiger, Franz Xaver Konrad
Salem oder Salmansweiler: ehemaliges Reichskloster Cisterzienser-Ordens jezt Großh. Markgräfl. Bad. Schloß und Hauptort der Standesherrschaft Salem sowie die Pfarreien Bermatingen, Leutkirch, Mimmenhausen, Seefelden und Weildorf mit ihren Ortschaften und Zugehörungen ; topographisch-historisch ausführlich beschrieben — Konstanz, 1863

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her, und zwar, wie die Aebte vorgeben, aus ihrer übertragung, üben. Der-
gestallt i'st gantz ohne grund, was cini'ge vorgeben, daß die Aebte weder außer-
halb noch mnerhalb ihres klosters cini'ge terri'torial-Juri'sdieti'on haben, ange-
sehen bei den Tamansweilischen Dorf-Gerichten, an ihr Siedel-Geri'cht, von
dar an des Abts Hofgerichi, und von dar erst an die Kayserliche Kammer
appellirt wi'rd. Es hat biernachst diese Abtei alle freyhei'ten, so dem Ci'ster-
cienser-Orden in Teutschland von dem Römischen stuhle verliehen worden,
mit demselben gemcin, auch meistentheils die ehre, daß ihr Abt Gencral-
Vicarius vorgemeldeten ordens in Ober-Teutschland ist. Die klöster Wet-
tingen in der Schweitz und Raitenhaßlach in Bayern stnd Filiale dieser Abtey,
von welcher ehemals auch dse in Hertzogthume Würtemberg gelegene und
nunmehro secularistrte Stister Königsbrunnen, Bebenhausen und Herrnalb
dependiret. So bat auch ein jederzeitlicher Abt zu Salmausweiler von dem
Römischen stuhle und seinem orden die i'nsvektion über die Frauen-klöster
Heggbach, Wald, H. Creutzthal, Rotenmünster, Gutenzcll, Baindt und Nei-
dingen, in welchcn alle Aebtisfinnen unter seiner ausficht erwehlet, auch vo»
ihm bestätiget und eingesegnct, ingleichen alle Beamte derselbcn niit seinem
vorwissen nnd willen eingesetzt werden. t) Kurtz, es hat diese Rcichs-Prälatur

i) Weltingen lat. INsris stk-II-, d. i. Meerstern, wnr ein Cistcrüenser-Kloster an der
Limmat bei Baden im Eantcn Aargau, das von Graf Heinrich von Rapperschwyl

aufgehoben wurde.

Raitenhaßlach (Raitenhaslach, kaitenba^lLoum) war ein Eistcrzienscr-KIoster
an der Salzach in Dberbayern (I St. oberhalb Burghausen), das im Jahre Ilj?

stiftet und von Salem aus mit Mönchen besczt wurdc.

Kö ni gsbr unnen oder Königsbronn ss'ons kexia) war ein lÜsterzienscr-Kloster
am Ursprung der Brenz, in Würtemberg, zwischen Aalen und Heidenheim, das 1302
von König Albrecht gestistet wurde und dcssen lezte katholische Abt die cvangelischc
Sehre annahm.

Debenh ausen (volionbusiiim und 8ei>enl,,mag war ein Eisterzienser-KIoster im
Walde Schönbuch bei Lübingen, das von Pfalzgraf Nudols I. von Tübingen 1189
ftir Prämonstratenser gestiftet wurde, dessen Religiosen aber I19t dcn Eisterzienser-
Drden annahmen und zulezt 1550 zur evangelischen Kirche übertraten.

Hcrrcnalb (A.N>L vominorum) war ein Eisterzienser-KIoster aus dcm Schwarz-
walde, a» der Alb und a» der Grenze von Baden, nordwestlich vom Wildbad, im
königlich würtenbergischen Dbcramtc Neuenbürg, das 11)8 cin Gras Derthold von
Eberstein stistete, nachher aber 1535 von Würtemberg eingezogen und reformirt wurde.

Hegbach oder Heggbach (»vg-xkocim) war cin Eisterzienser-Frauen-Kloster
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