Wurzbach, Alfred von [Oth.]
Niederländisches Künstlerlexikon: mit mehr als 3000 Monogrammen (Band 1): A - K — Amsterdam, 1906

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Aesgo — Aken.

AesgO. Laienbruder des Klosters Lidlum
in Friesland. Tedardus, der 20. Abt des
Klosters (1386—1422), schmückte den
Hochaltar mit einem Gemälde, welches der
bekehrte Aesgo gemalt hatte.

Eramm. Sup. p. 2. nach einem Manuskripte aus dem
Jahre 1580.

Afdruk. Bentname des Malers Jakob
de Heus.

Houbraken. II. 356.

Afrikaan. Ein bei Houbraken (II. 351)
erwähnter Bentname, dessen Eigentümer
nicht zu ermitteln ist.

Agges. Jan Agges, Kunstfreund, des-
sen Gemälde 16. Aug. 1702 zu Amsterdam
verkauft wurden.

Agnessens. Edouard Joseph Ale-
xanderAgneessens, Portraitmaler, geb.
Brüssel 24. Aug. 1842, f 1885. Schüler von
Jean Portaeis.

Chronique des Arts 1885. p. 227.

Agnessens. Jean Andre Agnees-
sens, s. Anneessens.

Aguilar. Sanchez de Agu i 1 ar, Kunst-
freund, dessen Gemäldesammlung am 27.
April 1761 zu Brüssel verkauft wurde.

Aguillon. Francois Aguillon oder
Aiguillon, Architekt, geb. zu Brüssel
1566, f 20. März 1617. Sein Vater war Se-
kretär des Königs Philipp IL, er trat 19
Jahre alt in den Jesuitenorden zu Tournai
und erhielt 1596 zu Ypern die Priester-
weihe. Er war Lehrer der Theologie zu
Antwerpen. 1614 entwarf er den Plan zu
den neuen Ordensgebäuden daselbst, wie
auch zu der 1718 abgebrannten Jesuiten-
kirche, deren Pläne Kubens zugeschrieben
wurden. Nach der Angabe des Bollandisten
Papebrock ist jedoch A. ihr wahrer Er-
bauer. A. ist auch der Verfasser eines ge-
lehrten optischen Werkes.

Francisci Aguillonii e Societate Jesu Opticorum libri
VI. Antw. ex off. Plantiniana. MDCXIII. mit 7 Stichen
von Barbe, nach Zeichnungen von Rubens; — Schayes.
Hist. de l'Arch. 1853. II. 415; — A. K. L. I. 144.

Aijembre. Giov. (Jan)Aijembre, flä-
mischer Maler, 1597 in Born; Paul Bril lei-
stete Bürgschaft für die Mitgift seiner Erau.

Bertoletti. p. 58.

Aken. Arnout van Aken, Maler, nach
Strutts Angabe Bruder Jozefs van Aken,
lebte wie dieser im vorigen Jahrh. in Eng-
land und malte kleine Eiguren, Landschaf-
ten, Gesellschaftsstücke etc. und ätzte Ti-
telblätter zu Schauspielen und anderen
Werken für die Buchhändler.

S t r u 11. Biogr. Dictionary.

Aken. Erancois van
Aken, Blumen- und Früchte-
maler. 1667 in der Antwerp-
ner Gilde.

Brulli ot. I. 353; — L i gg er e n. II.; — A. K. L.
I. 159.

Aken. Hieronymus van Aeken, s.
Hieronymus Bosch.

Aken. Jan van Aken, holländischer
Zeichner und Radierer, nach willkürlicher
Angabe 1614 geb. von Houbraken (III. 183)
als ,,Pferdemaler im kleinen" erwähnt, ist
uns nur als Radierer bekannt und auch
Houbraken hat unter den Worten „Paarde-
schilder in't klein" wohl nur seine 6 Ra-
dierungen mit Pferden gemeint, in welchen
er P. de Laer imitiert hat. Seine Zeichnun-
gen werden in der Regel für Arbeiten Saft-
levens ausgegeben. Vielleicht ist er iden-
tisch mit jenem Jan van Aken, swager
van Lammert van der Velden, welcher am
25. März 1661 zu Amsterdam begraben wur-
de. Der italienische Charakter einzelner
Landschaften der Folge Nr. 7—16 läßt ver-
muten, daß der Künstler Italien besucht
habe. Bilder von seiner Hand sind nicht
nachgewiesen. Die Nat. Gal. in London
besitzt ein Bild, welches eine nähende alte
Frau vorstellt. Unter einem Portrait auf
der Wand des Zimmers steht: Joannes Ab.
Aack 1655. Vielleicht rührt dieses Bild
von Jan v. A. her.

Radierungen: Nr. 1—6. Folge von 6 num. Blättern
mit Pferden. Auf dem 1. Blatte: J. van Aken, fecit. qu. 8.
I. Vor der Adresse. II. Mit Clement de Jonghe auf dem
1. Blatte. III. Mit J. Bormeester auf dem 1. Blatte.
1. Das von einem Baume fressende Pferd. 2. Zwei Pferde,
auf dem einen ein Mann. Kopien beider Blätter in 0.
Walkers: A Collection of 42 Facsimiles etc. 3. Das ge-
sattelte Pferd an einen Baumstamm gebunden. 4. Das
stehende Pferd bei dem ruhenden Manne1. 5. Zwei Pferde
deren eines ein Bauer führt. 6. Ein stallendes Pferd.
— Nr. 7—16. Folge von 10 numerierten Landschaften.
Auf dem 1. Blatte J. van Aken fecit. qu. 8°. I. Mit der
Adresse Clement de Jonghe auf dem 1. Blatte. II. Mit
der Adresse Frans Carelse. 7. Die kleine Brücke über
den Berg. 8. Der kleine Kahn auf dem See. 9. Das
höckerige Land. 10. Der Reiter bei der Baumgruppe
auf dem Hügel. 11. Die Hirschjagd. 12. Die Ruinen.
13. Der Gebirgsweg. 14. Der am Wege ausruhende Mann.
15. Die felsige Gegend mit einer kleinen Brücke. 16. Der
Mann zu Pferde im Hintergrund. — Nr. 17. Gebirgs-
landschaft am Wasser, mit Reisenden zu Pferd und Esel.
J. v. Aken inve. et fecit. Gr. qu. 4°. I. Vor dem Künstler-
namen. II. Mit dem Namen des Künstlers. III. Dieser
getilgt. Dafür oben links in der Luft: P. Pot. und rechts
unten am Rande Nr. 4. — Nr. 18—21. Die Rheinan-
sichten. Folge von 4 numerierten Blättern nach H.
Saftleven. Auf Nr. 1 steht H. S. L. (verschlungen) in-
venter. Jan v. Aken fecit. Clement de Jonghe excudit.
Die anderen drei ohne Adresse. Kl. qu. fol. I. Vor dem
Namen des Radierers. II. Mit der Adresse Clement de
Jonghe auf dem 1. Blatte. III. Mit der Adresse von Nie.
Visscher. IV. Aufgeätzt. Die Platten existieren noch.
18. Die Bauern im Gespräch auf einem Hügel. 19. Der
Mann mit dem Bündel auf dem Rücken. 20. Der Krebs-
fang. 21. Die ruhenden Wanderer.

Nach ihm radiert: Rückkehr vom Markte. Land-
schaft mit zwei von Bauern und Bäuerinnen besetzten
Wagen. Kl. qu. fol. Basans Verlag. (Nach einer Hand-
zeichnung radiert.)

Bartsch. 1.269; — R. Weigel. Supp. I. 36; —
A. K. L. 1.158; — Dutuit. IV.; — Nagle r. Monogr.
IV. 544.

Aken. Jozef van Aken, Maler zu Ant-
werpen, geb. 1709, f 4. Juli 1749. Lebte in
England und malte die Gewänder in den
Bildern anderer Künstler, daher er den
Namen „der Schneider van Aken" erhielt.
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