Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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überfallen, dessen Stand über ein Haussen geworffen, auch dessen Ehe-
frau geschändet und geschmähet worden seyn, welche Ungebühr und
einseitiges höchststrafbares Verfahren wir gäntzlich abgestellet, mithin
unßere obgenannten Verordnungen die gehorsambst schuldigste Folge
ohne Anstand und allen unerheblichen bißherigen Einwendens unge-
achtet geleistet gnädigst wissen wollen; Alß ergeht an euch unßer noch-
maliger gnädigst und ernstlichster Befehl hiermit, Ihr sollet vorbe-
nannte frevelhafte Uebertretter Stadtmeistere nicht nur unter einer
Straff von 20 Rthlr. zu ersetzung der dem Beleidigten Schloßbergs-
burgeren Wetzstein verursachte Kösten und Schadens alsogleich an-
halten, sondern auch denen gesambten Bürgeren den freien Handel
und Wandel, Kaufs und Verkauffuug in die Stadt ot vies vsv8a,
sowohl auff denen Jahr- als Wochen-Märckhen und sonsten täglichs
ohngehindert gestatten, diesen unsern ernstlich gemeinten Befehl und
Willen zu Jedermanns Nachricht durch die Stadtschell (gleich wie
solches in den Jahren 1707 und 1708 unter Straff von 50 Rthlr.
aufgegeben worden) öffentlich verkünden, mithin euch hieran, ber> Ver-
meidung einer unnachlässigen Straff von 100 Rthlrn. nicht im Aller-
mindesten behindern lassen, sondern hierauff allerdings halten und
den Erfolg anhero unterthänigst berichten." — Und an: 12. Mai
1728 beschließt die Negierung und erläßt an den Stadtrath: „Nach-
dem unß auß der von dem Burg-Gericht an dasigem Schloßberg über-
gebenen kläglichen Vorstellung zu vernehmen Vorkommen, wie straf-
bar und ohnverantmortlich Ihr unßerem letzteren den 20. Martii
letzthin ergangenen gnädigsten Befehl biß diese Stunde die gehorsamste
schuldigste^Einfolge nicht geleistet und wir dann diesen euren Unge-
horsambs wegen Euch in die darin anbedrohte Straff von 100 Rthlr.
nicht nur fällig erklärt, sondern auch gnädigst verordnet haben, daß
Ihr unter Vermeidung einer ferneren Straff vou Euch Stadtdirectorn,
Bürgermeister und Rathsverwandten sx propistis zu erlegen, den ge-
bührenden blinden Gehorsamb allen und jeden unseren befehlenden
Verordnungen leisten, folglichen das euch den 20. gedachten Martii
außdrücklich anbefohlene alßogleich nach Empfang dieses vollziehen
und wie es wirklich geschehen, in Zeit von 24 Stunden anhero unter-
thänigst berichten sollet; Alß habt Ihr Euch darnach gehorsambst zu
richten und Euch für weitere Straff und bey verführender der aller-
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