Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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Wohllöblicher Gemeinderath!
Hochverehrteste Herren!
Der erste Band des „Archivs für die Geschichte der Stadt Heidel-
berg" ist nun vollendet und es will sich für mich geziemen, im Rück-
blick auf die Entstehung und den Fortgang dieses Werkes, Ihnen
für die manchfache Förderung desselben meinen verbindlichsten Dank
auch öffentlich auszusprechen. Zu diesem Zwecke habe ich mir am
20. September d. I. die Erlaubniß erbeten, Ihnen diesen ersten
Band des „Archivs" widmen zu dürfen und Sie haben unterm
2. Oktober d. I. mir erklärt, daß Sie, als Vertreter der Stadt, diese
Widmung gerne annehmen.
Es war im Juli 1864 als ich Sie um gefällige Mittheilung der
auf dem Rathhause der Stadt beruhenden Urkunden und Akten, zum
Behufe einer historisch-topographisch-statistischen Beschreibung der Stadt
Heidelberg bat. Sie erklärten sich gerne hiezu bereit, mit dem Be-
merken jedoch, daß sich „aus dem Vorhandenen kaum etwas Erheb-
liches entnehmen lassen werde. Die vorhandenen Grundbücher reichen
nicht weiter als bis 1690 zurück, da alle älteren Bücher durch den
Stadtbrand vernichtet worden zu sein scheinen: die Lagerbücher sind
noch weit später erst angelegt."
Die Wahrnehmung, daß eine der hervorragendsten Städte unseres
Landes, freilich ohne ihr Verschulden, fast ganz ohne urkundliche Nach-
weise ihrer Vergangenheit sei; die Ueberzeugung, die ich aus der
Erfahrung bei Bearbeitung anderer Ortsgeschichten (Haßmersheim,
Mosbach, Eberbach und Neckargemünd) gewonnen hatte, daß die
Hauptnrkunden nicht bloß einmal, sondern oft zwei- und mehrere
Male, theils in Original, theils in Abschriften vorhanden seien;
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