Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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Sradt Heidelberg gezogen, die Bergheimer Kirche wurde die Kirche
dieses neuen Stadttheils und wie die Gemarkung von Bergheim der
von Heidelberg einverleibt wurde, so wurden auch die Zehnten und
Gefälle der ehemaligen Bergheimer Kirche derselben, weil sie jetzt
Heidelberger Vorstadtkirche geworden war, als solcher übertragen bez.
W. belassen. Dieses steht um so mehr fest, als Hartmann für die
Kirche, wie für die Zehnten, zur Bezeichnung der Veränderung des
Verhältnisses, dasselbe Wort „trarmlgtu^ gebraucht.
Wollen wir zum Schluffe dieser Abhandlung der Herkunft des
Namens unsers Bergheim gedenken, so machen sich zwei verschiedene
Ansichten geltend: Die Eine will Bergheim von Burgheim ableiten,
wobei an die Nähe der alt-römischen Burg auf dem Jettenbühl ge-
dacht werden muß; sich darauf berufend, daß „Burg" auch in andern
Worten in „Berg" verändert werde; so sage man heute noch vielfach
statt Ladenburg „Ladenberg" u. drgl. Die andere meint die Ablei-
tung von Barke oder Berke, d. h. Schiff, Nähe, wodurch die Haupt-
beschäftigung der Ureinwohner des Dorfes, den Verkehr beider Neckar-
ufer zu vermitteln, angedeutet werden soll. Wir wollen eine Ent-
scheidung nicht treffen, sondern begnügen uns mit der Anführung
dieser Ansichten, fügen aber noch bei, daß Fr eh er,") der um das
Jahr 1686 lebte, sagte: es werde der Ort, wo einst Bergheim stand,
„heute noch Alt-Bergen genannt", wohl mit Bezug auf die Bemer-
kung Hartmanns von Eppingen, der schon 1607 die gleiche Bezeich-
. nung gebraucht hatte.

XIX
Hexenverbrennung zu Heidelberg.
Nicht so sehr schnell und nicht so gründlich, wie man wohl an-
zunehmen geneigt wäre, hat das Christenthum die alten heidnischen
Vorstellungen zu verdrängen vermocht. Vielfach wird vielmehr heut-
zutage noch das Thun und Lassen des Volkes, und nicht bloß aus-

") Siehe mein Archiv Seite 16. ") Orix, xa.1. xa^.74.
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