Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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Sagen vom Heidelberger Schloß.
1. Am Hauptthor des Schlosses hängt ein dicker Ring von Eisen.
Wer ihn durchbeißt, erhält das Schloß zum Lohne. An diesem Ringe
ist ein Biß vernehmbar, welcher von einer Hexe herrühren soll, die
den Versuch machte, das Schloß zu gewinnen.
2. Als einst etliche Knaben im Schlosse spielten, gerieth einer
derselben in einen ihm unbekannten Keller, worin auf einein Tische
viele goldene und silberne Gefäße standen. Eiligst lief der Knabe
hinaus, um seine Kameraden herbeizuholen; aber sie konnten trotz
alles Suchens den Keller nicht wieder finden.
3. Vom Schlosse geht ein unterirdischer Gang, unter dem Neckar
weg, auf den Heiligenberg, in welch Letzterem ebenfalls Schätze, vor-
nehmlich die zwölf Apostel von gediegenem Silber verborgen liegen.^)

7b) Deutsche Volkssagen von Bernhard Bader. Mono Anzeiger IV. 306.
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