Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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Betrachten wir den Wald- und Ackerboden der Heidelberger
Gemarkung.
Granitgruß gibt recht guten Wald- und Ackerboden, besonders
wenn er mit kalkhaltiger Erde gemengt wird. Er hat Antheil an
der Bildung des Löses gehabt, den wir z. B. beim Harlaß auf-
gelagert finden; die übrigen Gemengtheile sind noch Thonerde, Eisen-
und Manganoxyd. Der Granitboden verlangt an Bergabhängen solche
Pflanzen, welche tief wurzeln, um dem Boden Halt zu geben. Er
ist seiner Natur nach nässer als der Sand; daher der üppige Gras-
und Pflanzenwuchs.
Der durch heftige Wasser, Wechsel von Kälte und Wärme bei
vorhandener Feuchtigkeit zersetzte Sandstein ist kein guter Acker-
boden, sebst dann, wenn er mit Erde gemischt ist, besonders in trockenen
Jahren. Den Reben verursacht er gerne den Brenner. Dagegen ist
er ein vorzügliches Baumaterial.
Einen ausgezeichneten Wald- und Ackerboden dagegen liefert das
Gemenge aller einzelnen Vestandtheile der durch Frost, Wärme, Feuch-
tigkeit, Ströme, Arbeit und Vegetation aufgelösten Grundgebirge.
Eine solche Mischling finden ivir auf der Ebene vor Heidelberg in
der Damm erd schichte, welche aus dem Neckarthale, aus den ver-
schiedenen Seitenthälern, von den Höhen und aus den Schluchten der
umliegenden Berge Thon- und Kalk-Erde, aufgelösten Sand und
Granit enthält und somit die vorzüglichsten Bedingungen der Frucht-
barkeit bietet. Die üppige Vegetation, die reichen Erträge aller Frucht-
gattungen und Handelspflanzen sind deß Zeugen. Der auf
den Berg-Höhen liegende, mit etwas Thonerde und Humus vermischte
Sandsteingrund ist ein guter Waldboden, nicht gut für die Rebe,
bester für Haidekorn, Hafer, Kartoffel. Hat er nur wenig Thonerde,
so ist er gewöhnlich nur mit Haiden bewachsen und bringt Heidel-
beerstauden.
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