Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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aber wurde durchschnittlich jeden Tag bei Hof verbraucht, und zwar
nur vorn Hofgesinde; es kam von diesem Wein: „in der Jung-
frauen Gemach, ins Burgvogts Gemach, in das Frauen Zimmer, in
die Kellerei, in die Küchenschreiberei, in den Zehrgarten (Gemüsegarten),
Kammercanzlei, Silberkammer, zu den Edelknaben, zum Wachtmeister,
zum Thürmer, ins Backhaus, in beide Küchen und ins Metzelhaus."
Diese Nachricht steht im Ooäsx Ualatiuus 839 im Universitäts-
archiv zu Heidelberg.

Vl.

Gleichzeitige Berichte über die Ereignisse des 30jährigen
Krieges in Heidelberg.
1) Thomas Mallingers Tagebücher enthalten über diesen Gegen-
stand folgende Berichte:^)
September 16. 1622 ist Haitelberg von den Bayerischen erobert
worden. Es haben sich der bayerische General Joann Graf von
Tilly und andere fürnembe^) commandirte Officier den 29. Ok-
tobris vergangenen Jahres 1621 im Namen der Kön. Kais. Majestät
und der fürstlichen Durchlaucht Herzog Maximilian in Bayern durch
einen bey nächtlicher Weil zuo Heidelberg angelangten Trommeter
dieselbe Nesidentz und Hauptstadt sampt Schloß und noch restirenden
Landt schriftlich aufgefordert, darauf General Tilly von der Regie-
rung und dem Gubernator Heinrich von der Merwen daselbsten
den 30. Oktob. gemelten Jars schriftlich gut Wort bekommen mit
Vermeidung, daß es in ihrem Vermögen und Macht nit stuonde,
sich hier innen zu accomodiren, sondern er der Gubernator gedächte,
solche Stadt, die ihm anvertrawet und anbefohlen, mit der Hilf Gottes
bis an den letzten Tropfen seines Bluots vor allem Gewalt zuo be-
schützen. Hierauf zwar ist damals wegen vielen Ursachen nichts

-0 Gedruckt in Mone, Quellensammlung II. 530 f. vornehme. ")
zu. stünde.
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