Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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„Desselben tags fing der gedacht Marschalk Wilh. von Habern
in Rottenburgals er denselben Flecken morgens einnahm:
Hansen von Thalheim (Dallau) ein edelmann, der sich der uf-
rurischen sachen thailhaftig gemacht und in disem bösen Handel übel
gehalten hett, dann er der bauern Hauptmann einer gewest, den-
selben Dalheimer ließ der churfurst gein Heidelberg uffs alt sloß
zu seiner Wiederkunft in gute verwarung gefenglich legen."
Hierauf werden Kislau und Bruchsal den Bauern abgenom-
men; der Pfaff Anton Eisen Hut, oberster Hauptmann des kraich-
gauischen Bauernhaufens wurde mit mehreren andern vom obersten
Bundeshauptmann Jörg Truchseß gefangen genommen und dem
Churfürsten zum Verhör überschickt, der sich bei allem Kriegsvolk im
Lager bei Bruchsal aufhielt. Eisenhut wurde hierauf „nach kurtzer
verhöre uff dem platz im Schloßt) in des punds^) Namen mit
dem schwert gericht." Tags darauf blieb der Churfürst mit allem
Kriegsvolk im Lager und verhandelte mit den aufrührerischen Orten,
Bruchsal, Odenheim, Rothenberg, Kislau, Grombach und andern um-
liegenden Dörfern, wegen ihrer Bestrafung; sie mußten fl. 40,000
zahlen, die Waffen niederlegen und wieder huldigen. Gegen Abend
ließ man die Gefangenen aus dem Thurm (in Bruchsal), und führte
sie in den Vorhof des Schlosses. „Da nun der nachrichter von
Heydelberg ihrer 5 die köpfe abgehawen und wieder einer nieder-
kniet, schrien die umbstehende graven und Herren dem Henker zu,
daß er biß uff weitern bescheid gemach thete, fugten sich eilends zu
meinem gnedigsten Herren, dem pfaltzgrafen, baten für die übrigen
armen." Sie wurden begnadigt.
Von da zog der Churfürst über den Rhein nach Weißenburg;
und am 18. Juli zurück „in sein statt Heydelberg und uff sein
chursürstlich sloß, da sein gnade alle ding noch in gutem ufrich-
tigen wesen fand." An: folgenden Mittwoch ließ er „im könig-
lichen stiesft zum heiligen geist ein ampt vollbringen im bey-
sein seiner gnaden, der graven, Herren und vom adel."

75) Rothenberg. zu Bruchsal. Bundes.
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