Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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Die Urkunde, welche dieses wichtige Ereigniß uns überliefert,
lautet wörtlich, wie folgt:^
Als Heidelberg erwitert ist mit der nuwenstaett.
Wir Ruprecht re. bekennen re. daz wir mit wol bedachtem mut
vnd vorbetrachtung nach rat vnsers rats vnd ander vnser getruwen
vmbe bessern frommen vnd gemeynen nucz der vns vnsern erben,
vnserm lande vnd unser Psalncze, dauon komen sol vnd mag in
künftigen zyten uberkomen, vnd zu rat worden sin, daz wir vnser
stat zu Heidelberg mit eym witern begriff erwitern vnd grösser
machen wollen; vmbe daz sich die gemeinschaft der lüde da gemeren,
dauon wir vnd vnser lant gestercket vnd gebessert mögen werden, als
auch vnser burger zu Heidelberg mit flissiger bede vns darumbe ge-
beten, angeruffen vnd furgeben haben, daz ez vnß vnd derselben vuser
bürgere vnd vnser landes nucze bestes vnd notdorfft sst, die obgenant
vnser stat Heidelberg zu erwitern vnd groszer zu begriffen, mit namen
von vnszer stat graben by dem nydern dor an, biz vff den alten
graben nach der lenge vnd Neckar da zuischen an, biz an den berg,

Sie steht im Pfälzer Copialbuch Mo. 8. Seite 72, befindlich im Gene-
rallandesarchiv zu Karlsruhe Dieselbe lautet in Uebersetzung: Wir Ruprecht
bekennen, daß wir mit wohlbedachter Absicht und Erwägung nach Berathung
mit unserem (geheimen oder Hof-) Rathe und unfern andern Getreuen, zum
bessern Frommen und allgemeinen Nutzen, der uns, unfern Erben, unserm
Lande und unserer Pfalz davon kommen soll und in künftigen Zeiten kommen
mag, beschlossen haben, daß wir unsere Stadt Heidelberg an Umfang erweitern
und größer machen wollen, damit sich die Gemeinschaft der Leute da vermehren,
damit wir und unser Land gestärckt und gebessert werden möge, ebenso weil
unsre Bürger zu Heidelberg uns eifrig darum gebeten, angerufen haben mit
dem Vorgeben, daß es unser, der Bürger und des Landes Nutzen, Bestes, ja
sogar Nothwendigkeit sei, die obgenannte unsere Stadt Heidelberg zu erweitern,
und mit größerem Umfang zu versehen, nämlich: Von unserer Stadt Graben
bei dem untern (Mittel-) Thor bis zum alten Graben der Länge nach und vom
Neckar bis an den Berg, den man den Geisberg nennt. Und darum erlauben
und vergönnen wir für uns und unsre Erben Allen und Jedem, daß sie an den
genannten Berg, zwischen dem alten Graben und der jetzigen rechten Stadt,
welches Terrain wir die Neustadt heißen und benannt haben, bauen sollen und
mögen Häuser, Scheuern, Hofreiten und Hofstätten zu Wohnungen, so viel wie
nöthig ist, wie ihnen das am Besten und Füglichsten ist und beliebt, wie es ge-
wöhnlich bei unfern andern Städten üblich ist mit Bauen von Häusern, und
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