Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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länders Franz von Tondorf, Hofmeisters der Churfürstin, mit der
Niederländerin Esther d'Auerly; sodann des Joh. von Groradt aus
dem Stift Mainz, Burgvogts zu Heidelberg mit Amalie von der
Martens. Beide Bräute waren im hiesigen „Frauenzimmer" d. h.
sie waren Hofdamen. Zu den Festlichkeiten waren geladen: Herzog
Friedrich von Wnrtemberg, Herzog Johann von Zweibrücken, Land-
graf Moritz von Hessen, Landgraf Ludwig und Georg von Hessen,
Markgraf Ernst Friedrich zu Baden, Herzog Joh. Ernst von Sachsen,
Herzog Christof von Lüneburg, Herzog Joh. Friedrich von Branden-
burg, Administrator zu Straßburg, der auf dem Feste „die Uhrschlechten
oder Purpeln bekhommen," Herzog Carl Sigismund von Braunschweig,
Herzog Christian von Anhalt, pfälz. Statthalter zu Amberg, Herzog
Ludwig Philipp von Veldenz, Churfürst von Mainz, Bischof zu Speier
und die Churfürstl- Wittwe zu Lorbach, wovon zehn in Person mit
Frauen und Dienerschaft gegenwärtig waren, die anderen vertreten
wurden. Dazu kamen noch 20 Grafen und Freiherrn; zusammen
1115 Reisiger Pferde, ohne die Wagen mit Pferden. Endlich kamen dazu
die churfürstlichen Lehensleute und andere Adelige mit vielen Frauen,
weßhalb über 14—1500 Pferde da waren, samt etlichen Fahnen
Fußvolks vom Land herein-

Frauen: Grünes Mieder mit schwarzem Einsaßstreifen oben; weißes Unter-
kleid mit 2 Garnirungen; unten grüne Einfassung. Ueber dem Ganzen ein
Ueberrock, der auf. dem Boden streift (Schleppe) mit kurzen Puffärmeln, dunkel--
roth, mit breiten schwarzen Garnirungen und Ausputz von Gold; Haube, darüber
ein schwarzes Barett, goldene Halskette. 3. Tracht der Mägde: Schwarzes
Mieder ohne Aermel, rother Rock mit blauer Garnirung und breiten Einfaß-
streisen unten; weißer Schurz, schwarzes Barett, der linke Arm trägt einen Häng--
korb, die rechte eine Schnur mit todten Vögeln (vom Markt heimkehrend). 4.
Eine Hilspächer Bäuerin: Schwarzes Mieder, grauer kurzer Rock mit rother
Garnirung, weißer zerrissener Schurz; die linke Hand hält einen Stock, die rechte
einen Napf auf dem Kopf, der 4 Gänfe enthält; die Figur ist barfuß, der rechte
Fuß ist mit einem schwarzen Tuch verbunden. —Diese 3 Trachtenbilder zeichnet
eine stufenweise Längenabnahme der Kleider aus. — Wir haben alle Hoffnung,
daß diese 3 Trachtenbilder, sowie etliche wichtige Bilder aus den 2 Bänden „?a-
latinast in genauen Copien für die Stadt Heidelberg gewonnen werden.
0 Alle drei nun folgenden Erzählungen sind dem 2. Bande des Rstosauruo
entnommen.
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