Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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Ist devoten Montags den 31. Oktobris morgens umb 8 uhren
^.^werg uffgebrochen, nacher Wersaw getzogen, daselbst zu
inorgenn gessen unnd abendts ghe>: Udenheiu: zum Bischof vonn
Spepr khonnnen.
Der Herzog hatte auf seiner Reise einen eigenen Provosen und
Henker mit einen: eisernen Galgen Lei sich, den man von einander
legen konnte, daran er diejenige:: seiner Diener, die gestohlen u. dgl.
hatten, heimlich henken, megwerfen oder in die Erde verscharren lieh.
So geschah es in Stuttgart an 2 Dienern, die au: Hof Silber ge-
stohlen hatten.
Der Erzählung beigefügt ist ein Holzschnitt, den Herzog Carl
vorstellend.

XXXII.
Vorzeichen.
Der H168UUVU8 xietvi'niuiiu erzählt solche Vorzeichen, welche für
fürstliche Personen und ihre Geschicke als vorbedentend angesehen
wurden:
1) Ehe Kaiser Maximilian II. zu Heidelberg war, fiel dessen
Bild in Churfürst Friedrichs Gemach von selbst von der Wand,
worauf dieser sagte: „Wie machst du es, Kaiser, wilt du nicht mehr
da pleiben?" Kurz vor Friedrichs Tod sind zwei starke hölzerne
Säulen in: neuen Schloß in des Churfürsten Gemach von selbst um-
gefallen; worauf Kaiser und Churfürst bald gestorben. 1610.
2) Au: 29. August 1591 ist über den: Schloß eine zweispitzige
feurige Ruthe gestanden; ferner ist ein Tnbulet in: großen Thurm
eingefallen; auch haben Sturmwetter au: 5. Juli 1591 im Wieb-
linger Forst große starke Bäume zerspalten, entwurzelt und wegge-
führt. Ferner biß der Löwe die Löwin todt; ersterer starb selbst
bald darauf. Schon 1589 war eine „unerhörte verborgene und ganz

l'ÜLL. plei. V. 1. Nro. 29.
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