Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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ERNST PFUHL

tus gleich häufig sind ; denkbar sind sie auch bereits im drit-
ten Jahrhundert.
Die Darstellung weist auf die Königszeit. Mit Lanze und
Schild stellt man in einem Lande, wo es keine allgemeine Wehr-
pflicht wie in Attika giebt, nur Berufssoldaten dar. Mit den
römischen Legionären treten deren typische Grabsteine auf.
Lykomedes muss folglich ein ptolemäischer Söldner sein (vgl.
Nr. 18). Die korinthischen Säulen des Na'fskos finden ihre Ana-
logieen an kleinasiatischen und delischen Stelen aus dem zwei-
ten und dem Anfang des ersten Jahrhunderts. In Alexandria
entsprechen ihnen die Papyros - Lotossäulen der folgenden
Denkmäler. Die Giebelform ist für späthellenistische Zeit nicht


befremdend, seit die Hafenthore in Ephesos und die reich .ge-
wölbten Kassettendecken ptolemäischer Grabbauten gezeigt
haben, dass auch die freien Kompositionen der Wandbilder
zweiten pompeianischen Stils der wirklichen Architektur ent-
lehnt sind. Die hier verschmolzenen Elemente erscheinen ge-
trennt auf delischen Giebelstelen, deren Reliefs von Bogen auf
Pfeilern umrahmt werden.
36. Alexandria. Friedhof von Hadra. Botti 15,12. Oberteil
eines quadratischen Na'iskos ägyptisierenden Stils aus lockerem
Kalkstein. Höhe 0,60, Breite und Tiefe 0,49. Hohes Relief. Die
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