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VII

ten weiter keine Anordnung als die, dass seine Mutter
durch seine Schwester benachrichtigt werden möge.
Die Bestattung musste wegen der Jahreszeit schon
für den nächsten Tag, den 14. September, um 10 Uhr
vormittags angesetzt werden. Doch gelang es die
nächstbeteiligten Freunde und Mitglieder der deut-
schen Kolonie zu benachrichtigen, so dass die Trauer-
feier in einem kleinen Kreise tief ergriffener Menschen
stattfinden konnte. In dem grossen Saale der Biblio-
thek, auf dessen Einrichtung Prott so viele hingebende
Arbeit gewandt hatte, hatten wir den Sarg aufgebahrt,
unter Palmen und Blumen. Ich sprach von dem Heim-
gegangenen, wie mir ums Herz war, ich versuchte ver-
ständlich zu machen, wie das Furchtbare gekommen
sei. Dann geleiteten wir ihn hinaus zum Friedhof, zu
dem Hügel gegenüber der Akropolis, wo unter Cypres-
sen Lölling, Buresch, Reichel die Ruhe fanden.
Wir wollen nicht nur um ihn trauern — wir wollen
daran denken, dass sein edler hochfliegender Geist
die Bande des Körpers gesprengt hat, an denen er
sich im Leben wund gerieben.
Er ruhe in Frieden !

HANS SCHRÄDER

Athen, den 15. September 1903.
 
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