Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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ERNST PFUHL

terrasse, deren Mannigfaltigkeit am raschesten mit der Eigen-
art des Friedhofs vertraut macht.
A. Die untere Hauptterrasse.
Die 40 m lange Gräberterrasse, welche den Hauptteil des
Friedhofes nach unten abschliesst, besteht aus zwei verschie-
den angelegten Hälften. In der Nordhälfte liegen vier Gräber
und eine Opferstätte in einfacher Reihe neben einander. Die
Südhälfte ist geregelt durch eine 20,2 m lang erhaltene Ter-
rassenmauer; sie ging noch eine—-wohl nur kurze—Strecke wei-
ter, ihre letzten Steine neigen sich zum Sturze. Vor der Mauer
liegen fünf Gräber mit einer Opfergrube, hinter ihr vier
Gräber und zwei Opfergruben. Die Gräber der Nordhälfte sind
nach einander von Süden nach Norden erbaut worden ; denn
jedes benutzt als südlichen Abschluss die vorhandene Nord-
mauer seines Nachbarn. Die Opfergrube könnte an sich zwar
jünger sein, als Grab 3 ; da dessen Thür sich jedoch nach ihr
zu öffnet, gehört sie entweder ursprünglich zu dem Grabe
-—sichere Beispiele solcher Anlagen begegnen mehrfach—oder
sie ist älter. Nun lehnt sich die Opfergrube an die Nordwand
von Grab 4: dies ist folglich das älteste Grab. Aber es ist
jünger als der benachbarte Teil der Südhälfte der Terrasse;
denn eine zu diesem Grabe gehörige Stützmauer ist schräg
über und in die nördliche Abschlussmauer jener Anlage gebaut.
Auf der Südhälfte der Terrasse hat vor Anlage der langen
Mauer höchstens das Grab 14 bestanden, dessen starke, mit
glatter Aussenfläche gebaute Vorclenvancl von der Terrassen-
mauer noch durch eine Füllung geschieden ist. Jedoch ist es
angesichts anderer Bauten, z. B. des grossen Rostes auf der
schrägen Terrasse (58,59), nicht unmöglich, dass auch dies Grab
gleichzeitig oder später als die Terrassenmauer angelegt ist.
Gleichzeitig mit ihr scheinen das nördlichste und das südlichste
Grab hinter der Mauer gebaut zu sein. Die Nordwand von
Grab 15, welches keine eigene Vordenvand besitzt, wird gebil-
det durch die leicht überhängende Innenseite der starken
Mauer, die im Verbände mit dem nördlichen Kopfe der Ter-
rassenmauer rechtwinklig gegen den Hang geführt ist; um diese
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